Bam Bam The Plunderer - Abstieg

(Kapitel IIX, Einleitung und frühere Kapitel siehe weiter unten)

Bam Bam wanderte vorsichtig durch die Minen zu ihrem Ausgang. Er wusste, unterhalb des Einkaufszentrums kamen noch weitere Ebenen der Minen, aber der Respekt vor den dort sicher stärkeren Monster hielt ihn davon ab, gleich dort hinunter zu steigen. Statt dessen wollte er erst in den normalen Levels ein wenig tiefer steigen und sie erforschen, nicht zuletzt, um sich dort vielleicht zuerst noch den ein oder anderen experience level zu verdienen.

Endlich am Ausgang angekommen beschloss er, carlito nicht mitzunehmen in die unteren Level. Er wusste, jeder Begleiter war besser als keiner, aber er fürchtete, carlito sei einfach noch zu schwachbrüstig, um dort unten zu überleben. Er gab ihm noch die mitgebrachte Ration Futter, auf die Petersilie allerdings verzichtete er. Dann sagte er 'Mach's gut, Frühstück! Irgendwann komm ich wieder, und wenn Du dann noch da bist, nehm ich Dich mit.'

Wenige Momente später stieg er hinab in den Level 5. Das erste was er sah, war wieder eins von den gelben Lichtern, wie das, was ihn vor nicht allzu langer Zeit geblendet und die ganze unselige Werwolfgeschichte verursacht hatte. Er versuchte auszuweichen und in die andere Richtung zu gehen. Letztlich jedoch war die Begegnung unvermeidlich, und Bam Bam war wieder blind. Angst kannte ein Barbar nicht, aber er war gespannt, was dieses mal passieren würde.

Während er blind herumstolperte, kam es zu mehreren, wohl unvermeidlichen Kämpfen. Einer seiner Gegner war ein Elf, der ihm einen harten Kampf lieferte. Es wäre zu schön gewesen zu sehen, ob alle Elfen himmelblaue Stiefelchen mit Entchen drauf trugen, oder ob nur Wilma einen miesen Geschmack bei Auswahl gehabt hatte. Da von dem Elf allerdings nicht übrig blieb ausser seinem toten Körper, konnte er es nicht herausfinden. Als er wieder sehen konnte, begegneten ihm die ersten Mumien. Als er einer in Zeitung eingewickelten Mumie eines Zwerges gegeüberstand, musste er unkontrolliert lachen. Diese Mumien waren langsam und richteten wenig Schaden an.

Er hatte mittlerweile sein Barbarenschwert gegen das Kurzschwert eines verblichenen Zwergs eingetauscht und den Schild aufgenommen, der ihm weitere 3 Punkte armor class brachte, für einen Gesamtwert von -4. Langsam konnte er wirklich beginnen, auch mal mit einem ernsthaften Monster zu kämpfen. Sie würden früher kommen als er bereit war, das war sicher.

Level 6 barg in der Mitte einen grossen, von Statuen gesäumten Kreuzgang, der aussen um das Orakel von Delphi herum führte. Mit dem Orakel zu reden war relativ langweilig, es gab nur ziemlich kryptische Antworten auf seine Fragen und so gab er es schnell auf. Die Statuen interessierten ihn. Einige davon stellten Centauren dar, Monster, die lebend eine echte Herausforderung mit unsicherem Ausgang für ihn gewesen wären. Darum verliess er den Kreuzgang zu bald wie möglich in Richtung Level 7.

Dort angekommen schlug er sich mit einen Haufen Mumien und Orcs.

"Welcome to experience level 9."

Die orcs waren kräftig, dafür schleppten sie zum Ausgleich durchaus viel Zeug mit sich herum. Daher war er froh, in einem Raum endlich einen Schrank zu finden. Nachdem er das Schloss geöffnet und den chest durchsucht hatte (in ihm befanden sich ein spellbook, zwei scrolls und ein ring), stopfte er alle seine unidentifizierten Schätze und einen kleinen Beutel gold pieces hinein, schloss ihn ab und ging weiter.

Zum einen wollte er den ganzen aufgesammelten Kram nicht mit sich herumschleppen. Er trug so viel mit sich herum dass er bald schon wieder burdened wäre. Ausserdem hatte er bei den orcs gesehen, dass sie die zu Boden gefallenen Rüstungen ihrer verblichenen Kollegen anzogen und damit schwerer zu erledigen waren, sowie deren Waffen benutzten. Nebenbei wollte er sich aber auch eine Art Notfallkoffer schaffen, falls Teile seiner wichtigen Ausrüstung kaputt gingen oder zerstört wurden.

Natürlich hätte er lieber einen Rucksack besessen, in der man viel Zeug verstauen und mit sich herumtragen konnte, aber ausser der blöden bag of tricks in level 4 hatte er keinen passenden Behälter gefunden, und um einen Schrank mit sich herumzutragen war er noch lange nicht stark genug.

In Level fand er plötzlich eine Treppe nach oben. Sie führte aber nicht zurück nach Level 6, sondern in einen anderen Level. Dieser war anders als alle anderen zuvor.

Auf irgendeine Weise konnte er sehen, dass dieser Level aus einem einzigen, verwinkelten Raum bestand, und eine weitere Treppe in einen weiteren, unbekannten Level aufwies. Scheinbar hatte er eine weitere Abzweigung entdeckt, ähnlich der Minen, die ja ebenfalls parallel zu den normalen Leveln und Treppenhäusern verliefen. Noch interesanter war jedoch der Aufbau dieses Levels.

Der Weg zur anderen Treppe war mit Löchern im Boden gespickt, Löcher, die er nicht überqueren konnte. Andererseits lagen überall mannsgrosse Felsbrocken rum, die gut in diese Löcher zu passen schienen. Er erinnerte sich an ein Spiel aus seinem früheren Leben. Dort musste man Kisten an bestimmte Plätze schieben und dabei höllich aufpassen, dass man sie weder in eine Ecke schob aus der man sie nicht mehr heraus bekam, noch sich selber einmauerte. Während er in Erinnerungen schwelgte fiel ihm der Name ein - Sokoban.

Die Götter hatten wirklich einen seltsamen Humor, ihm mitten in einem kampf auf Leben und Tod ein Spiel zu präsentieren. Natürlich nahm Bam Bam an, dass er dieses Spiel nicht zwangsläufig würde spielen müssen, andererseits wartete am Ende vielleicht eine Belohnung auf ihn. Daher machte er einen Plan, wie er die Steine verschieben musste, um alle Löcher im Boden zu füllen und zur gegenüberliegenden Treppe zu gelangen.


Bam bam the Bandit St:18/01 Dx:17 Co:18 In:6 Wi:7 Ch:6 Neutral
Dlvl:6 $:960 HP:106(106) Pw:18(18) AC:-4 Exp:9 T:5088

Ihm fiel auf, dass er befördert worden war. Er war nicht länger Bam Bam The Plunderer, sondern Bam Bam the Bandit. Wann dies geschehen war, wusste er jedoch nicht. Waren es die Götter gewesen ? Und was brachte es ihm ?

Als er testhalber den ersten Stein verschieben wollte, fielen ihm zwei Dinge auf. Er konnte nur einen Stein verschieben, keine zwei oder mehr hintereinander. Und er konnte sie nicht schräg verschieben. Das komplizierte die Aufgabe. Er war ja nicht der klügste Junge in der Strasse. Aber es gab scheinbar keine andere Chance, denn aus welchem Grund auch immer, die lächerliche Wand zwischen ihm und der anderen Treppe konnte er nicht mit seiner Spitzhacke einreissen, dabei sah sie kein bisschen anders aus als die Wände in den Levels oder in den Minen, und gerade dort war er zeitweise wie ein Maulwurf unterwegs gewesen auf der Suche nach Gold.

Dieser kleine, verwinkelte Raum hatte aber auch seinen Vorteil, viele Monster konnten sich hier nicht verstecken, und so gähnte er herzhaft und legte sich zur Ruhe. Mit einem Gedanken an carlito, den er in Level 4 zurück gelassen hatte, schlief er ein.

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