Samstag, 22. November 2008

20 Prozent auf alles ...

... ausser Tiernahrung.

Mit kam der Slogan schon länger suspekt vor. Genaugenommen seit dem Tag, als ein Kollege dort eine Stange Marlboro auf den Tresen knallte und 20% verlangte. An den Riesenaufriss, den er gemacht hat als ihm der Rabatt verweigert wurde, erinnern die sich da wohl noch heute.

Also brauchen wir einen neuen Slogan.

"Täglich geöffnet, ausser Sonn- und Feiertags"

"Bei uns kriegen Sie alles, ausser das, was 'erst morgen wieder' kommt"

"Weihnachts-Sonder-Aktion das ganze Jahr" (bei 20 Grad um einen Stapel Christbaumkugeln herum zu tänzeln war albern)

"Tannenbäume knallhart reduziert (ab 6. Januar)"
in Kombination mit
"Sägen knallhart reduziert" (ab 12.Januar)"

"Neumodisches Zeug gibts bei Obi" (Torx-Schraubendreher z.B.)

Mfg, ein beunruhigter Aktionär.

Dienstag, 4. November 2008

Fehlfarbe

Ein Farbiger wird Formel-1-Weltmeister.

Ein Farbiger wird Präsident der Vereinigten Staaten.

Warum die Ypsilanti nicht Obermohr von Hessen wird ? Falsche Hautfarbe!

Münte, lass sie umlackieren und schick sie nochmal in den Ring. Vielleicht klappt's ja dann. Aber nimm dem Clement den Eimer mit der weissen Farbe weg, sonst versaut der wieder alles.

Samstag, 27. September 2008

Nur geträumt

Manche Erlebnisse hinterlassen Eindruck. Die manchmal traummässig verarbeitet werden müssen.

Mutter eins baut sich vor dem Stand auf, während Lars-Kevin auf Augenhöhe die Spielzeugautos begrabbelt und mit seinen Stummelbeinen hemmungslos die unten stehenden Ski-Stiefel ummäht.

"Auto ! Haben wollen !!"
"Wieviel ?"
"Eins fuffzich."
"So viel ? 1 Euro!"

Und der blonde Flohmarktverkäufer verwandelt sich in Luigi, den Drehorgelspieler. Er setzt seine versiffte Mütze schief auf den Kopf, klebt sich den versifften schwarzen Schnurrbart ins Gesicht und fängt an zu lamentieren:

"Eine Euro. Du mich wolle arm machen ? Habe isch siebe Bambini in Sizila.
"Sieben ??"
"Nische so laute. Frau wisse nur von zwei, mache immer Stress sonst. Piano per favore ...."
"Und wie heissen die ?"
Luigi, Angelo, Fernando, Alfonso, Habib, Carlo e Marco."
"Habib ?"
"Ja, ware eine Unfall mit Araberin."
"Und alles Jungs ?"
"Ja ! Werde alle Drehorgelspieler wenn mal gross sind."
"Na gut, einsfuzzich."
"Danke, danke. Kann isch kaufe Pizza jetzt für Bambini. Oder Pokemonkarten, wasse auch immer."

Dann hat der Wecker geklingelt. Und ich hatte keinen Schnauzbart im Mund, sondern eine Ecke meines Kopfkissens.

Mittwoch, 10. September 2008

...

380 Kilometer gefahren, 20 bis zum Ziel. Die letzte Baustelle, abends um dunkelfinster.

Auf der Gegenspur haben sich zwei Limousinen ineinander verhakt. Wir gurken mit knapp über 60 daran vorbei, keine Ahnung wieso, denn selbst wenn da was zu sehen wäre, es ist viel zu dunkel.

Kaum an der Unfallstelle vorbei, überholen mich zwei Smarts und scheren vor mir ein. An meiner Ausfahrt biegen sie vor mir ab und teilen sich auf. Einer nach links zum Audi-Händler, einer nach rechts in Richtung Daimler.

Diese neuen Limousinen sind schon geil, Rettungskapseln gleich mit eingebaut.

Sonntag, 31. August 2008

Flohmarkt

Samstag
20:00 Packen des Inhalts einer Dreizimmerwohnung in einen Golf. Inklusive eines Bierbanktischs.

21:00 Langstreckenbaden. Geistig-Moralische Einstimmung auf den nächsten Tag.

Sonntag
06:00 Aufbau des Stands. Ohne meine Mithilfe. Falsche Uhrzeit.

07:00 Feldmarschmässiges Kaffeekochen für die Truppenversorgung. Blindes Autofahren quer durch die Stadt. Einäugiges Hörnchenkaufen beim örtlichen Bäcker.

07:45 Sie sind da. Alle. Mit Megatonnen von ... Dingen. Haben die alle kein Zuhause ? Oder hier übernachtet ? Der Stand ist perfekt gelegen und bereits perfekt dekoriert.

08:00 Gespannte Erwartung. Senil Bettflüchtige und notorische Frühaufsteher begutachten die Waren. Vereinzelte Geschäfte werden abgeschlossen.

08:15 Die Dönerbude im Rücken des Stands macht auf.

08:30 Es zeichnet sich ab, dass Schrott geht, halbwegs nützliche Dinge jedoch wie Blei liegen bleiben. Erste Preisfindungen für Spielzeugautos. Bei einem Euro wird nicht gehandelt, alles drüber führt zu basarähnlichen Zuständen.

08:45 Die Dönerbude spielt türkische Volksmusik. Das dudelnde Plastik-Mobile fällt zum ersten Mal von seiner provisorischen Halterung.

09:00 Spielzeugautos sind der Renner. Jeder einzelne Euro wird umgehend in Pokemon-Karten investiert.

09:15 Besichtigung der Konkurrenz. Sperrmüll meldet man bei der Stadt an, dann kommt eine grosse Müllpresse. Man muss den Mist nicht aufbauen. Aber man kann. Mehrfach.

09:30 Durchhänger. Bis die Vollzeitmütter mit dem pädagogisch wertvollen Blick kommen, ist noch eine Stunde.

10:00 Es muss Menge gemacht werden. Also eigentlich Volumen. Da sind ein paar grosse Dinge, die müssen weg, koste es, was es wolle.

10:15 Ich bin 5 Minuten allein am Stand. Urplötzlich ist die Hölle los.

10:30 Geistesblitz. Eine "zu verschenken-Kiste". Auch wenn sie in meinen Augen durchaus begehbar hätte sein dürfen, sie wirkt wie eine Mottenfalle. Und sie kann nachgefüllt werden.

10:45 Besichtigung der Konkurrenz. Irgendwie geht bei denen gar nix. Bei der Rückkehr ist eins der grossvolumigen Teile vom Stand verschwunden. Chakka.

11:00 Kinderklamotten und -schuhe gehen überhaupt nicht. Babylonisches Sprachgewirr in Stereo. Die Türken vom Dönerstand unterhalten sich über fünf Meter hinweg mit irgendwem, dessen Sprache stark dem Klingonischen ähnelt.

11:30 Die pädagogisch Angehauchten kommen und blättern Kinderbücher durch. Pädagogisch wertvolles Spielzeug wird verkauft. Weniger als Spielzeugautos, aber immerhin. Das dudelnde Plastik-Mobile fällt zum dreiundzwanzigsten Mal von seiner provisorischen Halterung.

12:00 Die Dönerbude spielt zum achten Mal das gleiche Lied. Der Kaffee ist leer. Die Menge an Dingen hat sich drastisch verringert. Erstes Frohlocken macht sich breit. Es muss weniger Zeug zurück in den Keller geschleppt werden, als hochgeschleppt werden musste.

12:15 Die Verdauungsspaziergänger treffen ein. Nutzloses Volk, viel zu vertrant, um irgendwas zu kaufen. Geniessen alle nur das schöne Wetter.

12:30 Die Auslage leert sich zusehends. Nur noch ein Bodensatz an Spielzeugautos lässt sich zwischen Mengen von Memoryspielen und Klamotten drapieren.

13:00 Schlussrallye. In ner halben Stunde werden die Hühner gesattelt. Das dudelnde Mobile wird verkauft. Die Geschenkekiste ist der Brüller. Egal was drin liegt, die Leute brauchen es. Sogar das schwule Barbi-Traumhaus findet einen Abnehmer.

13:30 Mülltrennung extrem: Pädagogisch wertvoller Mist wird getrennt von normalem Mist in Kisten verstaut. In wesentlich weniger Kisten als am Tag zuvor.

13:45 Die Helden sind erschöpft.

14:00 Schwankend zwischen der Ansicht, ein kapitaler Scheiterhaufen im Garten wäre die weniger aufwändige Lösung gewesen, und den 73 Euro irgendwas Erlös, falle ich komatös in meine Badewanne. Es gibt Sachen, die muss man mal gemacht haben.
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a life less ordinary ?

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