Dienstag, 29. Januar 2008

Grosser Stratege,

wir müssen reden. Denn ich finde ganz ehrlich, das hab ich nicht verdient.

Also ich hab ja nichts dagegen, ab und zu mal einen Wochenendeinsatz zu fahren.
Aber wenn Du mir schon so ein Wochenende rein drückst, dann erwarte ich zukünftig bessere Rahmenbedingungen.

Es geht zum Beispiel überhaupt nicht, dass ich hier bei strahlendem Sonnenschein abfahre, um vier Stunden später at the gates of gehennom zu stehen, wo sich Windräder im Überschallbereich drehen und der Regen versucht, das ganze unansehnliche Land zu fluten. Das geht einfach nicht.

Und ich finde es überhaupt nicht fair, auf dem Werksgelände von einem leeren, blauen 500-Liter Fass fast erschlagen zu werden, nur weil ich versuche, meinen Job zu machen und irgendein besoffener Staplerfahrer die Dinger fünf Etagen hoch gestapelt hat, während Du grade wieder Blähungen hast.

Und es ist frustrierend, mich vor diesem mannshohen Netzwerkschrank stehen zu lassen. Ich weiss genau, den hast Du selber verkabelt. Warum ich das weiss ? Weil kein Mensch und kein Schimpanse in der Lage wäre, dieses Durcheinander anzurichten, dieses Chaos hatte etwas göttliches, es war eine Art religiöser Erfahrung. Ich wollte aber verdammt nochmal keine religiöse Erfahrung, ich wollte nur eine Verbindung patchen.

Ein absolute Gemeinheit war es übrigens, diesen verdammten Wind abends nicht abzustellen. Hey Du Stratege, von da oben kannst Du doch verdammt gut sehen, was für eine trostlose Scheissgegend das ist ! Und dass man da abends absolut nichts anderes machen kann, als irgendwann in gnädiger Bewusstlosigkeit unter die Bar zu kippen oder im Hotelzimmer fernzusehen ! Fernsehen ist aber absoluter Mist, wenn die Satellitenschüssel auf dem Dach wackelt wie ein besoffener Wetterhahn.

Und mich Sonntag nachmittag 80 Kilometer nach Braunschweig fahren zu lassen, weil da wenigstens die Läden offen hatten und die Schlossarkaden einem einen Anflug von Zivilisation vermitteln, war auch nicht nett. Wenn Du nicht willst, dass ich nach Braunschweig fahre, dann sag es einfach ! Oder schick einen Blitz in den Anlasser oder was auch immer. Aber unter Deiner 200 Meter durchmessenden Glocke aus Regen und Nebel hab ich echt keinen besonderen Spass gehabt. Und mich dreimal rund um den Stadtring zu schicken bis ich das Parkhaus gefunden habe war auch nicht nett von Dir. Gib es zu, die Strassenführung dort ist auch Dein Werk.

Aber sag jetzt nicht, dass ich den Artisten überlebt habe, der bei Bayreuth mit 60 oder 70 aus der Autobahnauffahrt direkt auf die linke Spur geschussert ist, wäre Dein Werk gewesen. Das waren ausschliesslich meine Reflexe und meine Keramik-Bremsen.

Und überhaupt, was ist mit dem Muffin-Kuchen in der Raststätte Osterfeld passiert ? Wieso gibt's den nicht mehr ? Hast Du das angezettelt ?

Du siehst also, es gibt da einiges zu besprechen, mein Freund. Wenn es mal so weit ist, dann nimm Dir Zeit. Du kannst dann auch Deine ewige Liste zücken. Lächerlich, denn ich werde mein Blog zücken, und dann werden wir ja sehen, wer von uns mehr zu meckern hat.

Freitag, 25. Januar 2008

Vorbereitung

Ich habe beschlossen eine Staffel M.A.S.H am Stück ist die ideale Vorbereitung auf das Massaker am nächsten Wochenende.

Wenn es Asterix auf schwäbisch gibt, vielleicht gibt es M.A.S.H ja auf sächsisch, weiss das jemand ? Ich hätte da grade Bedarf, sonst versteh ich die Kasper am Wochenende nicht.

Achja, ich habe einen neuen Kalender angefangen, ich zähle nur noch Wochentage.
Montag: IIIII IIII
Dienstag: III
Mittwoch: III
Donnerstag: IIII
Freitag: II
Samstag: III
Sonntag: I

Wenn das so bleibt wird 2008 ein Highscore für die Ewigkeit.

Mittwoch, 23. Januar 2008

Diese Mottojahre

... gehen mir ja normalerweise völlig am Arsch vorbei, Jahr des Baumes, Jahr des Delfins, Jahr des Neadertalers, who knows, who cares.

Aber das hier artet in Arbeit aus ! Jahr der Mathematik ! Und völlig ohne Ansage ! Welcher Artist kommt denn auf sowas ? Und warum musste ich das gleich heute früh lesen ?

Den ganzen Vormittag hab ich ich meinen Kleiderschränken nach Pullundern mit V-Ausschnitt gekramt. Und sie alle anprobiert. Ich kann mich nicht entscheiden, ob ich dieses Jahr als grüner oder gelber Zeppelin besser aussehe. Jedenfalls sind der grüne und der gelbe die einzigen, wo mir das Gesicht nicht blau anläuft. Beide passen aber farblich zu dem karierten Hemd, und das darf nicht sein, das wäre gegen die Regeln.

Nachmittags hab ich dann alle Ex-Kommilitonen angerufen. Aus reiner Schadenfreude. Vorhin hat mich einer zurückgerufen. Er weint sehr, er kann seinen Aktenkoffer nicht finden. Habe versucht ihn aufzurichten.

Gegen sieben fand ich meinen Hartschalen-Attachekoffer. Dreirädriges Zahlenschloss an beiden Verschlüssen, die Initialien mit Klebebuchstaben auf die dafür vorgesehenen, verchromten Plätze zwischen Schloss und Griff geklebt. Delsey rulez !

Konnte deswegen heute nicht zur Arbeit gehen. Weiss irgendwer zufällig die verdammte Kombination ??

Dienstag, 22. Januar 2008

Eigentlich ess ich ja gern beim Thai ...

Seit kurzem hat mein Thai-Takeaway "Bambi Goreng" auf der Karte. Und das ausgerechnet während der Zeit wo die Dämmerung so früh beginnt. Auch die Tatsache, dass er in Waldnähe direkt an einer Umgehungsstrasse liegt, macht mir Sorgen.

Immerhin gibt es als Beilage keinen Kotflügel, sondern Reis. Das beruhigt mich ein wenig, auch wenn mir Knödel und Blaukraut lieber wären. Aber ich kann mich trotzdem noch nicht dazu durchringen, es zu bestellen.

Samstag, 19. Januar 2008

Es bleibt weiterhin schwierig

capt'n castagir braucht ein neues Raumschiff. Eigentlich will er ja gar kein neues Raumschiff, aber sein Steueroffizier hat ihm gesagt, wenn er sich jetzt nicht bald ein neues Raumschiff kaufen würde, käme der Schimpansenoffizier und würde ihm eine Oldtimersteuer für sein jetziges Raumschiff reindrücken. Oder die Werkstatt würde den versteckten Knopf drücken, mit dem man die Lebenszeit eines Raumschiffs sofort und unwiderruflich beenden könne. Dieser Knopf läge angeblich direkt links von dem Knopf, mit dem bei Neuwagen die Garantie beendet wird, und die ersten Bauteile anfangen abzufaulen und zu versagen.

Der capt'n ist bockig. Er hatte sich ja schon lange die potentiellen Nachfolger seines bisherigen Raumschiffherstellers angesehen, dieses und jenes, ohne zu schreien "juchee, komm lass uns 50.000 Euro auf den Kopf hauen, das Teil will ich haben".

Und auch weder der zwar halb so teure, aber wirklich schauderhafte Chrysler Sebring, noch der Chryler Crossfire konnten ihn überzeugen. Der eine, weil er beim Platznehmen kaum links über die Tür schauen konnte, der andere, weil er von hinten aussieht, als hätte der Designer kurz hinter dem Verdeck keine Lust mehr gehabt und fristlos gekündigt.

Ohne Enthusiasmus verbringt der capt'n eine Nacht im Web auf der Suche nach anderen Kandidaten, und findet deshalb auch fast nur Raumschiffe mit geringem oder völlig fehlendem praktischen Nutzwert.

Der nächste Tag sieht den capt'n auf einer Pilgerreise durchs Frankenland.

Angekommen beim Alfa-Romeo-Händler muss der capt'n feststellen, dass die Autos dieser Marke entweder nur noch per Internet verkauft werden, oder aber der Händler mittlerweile wegen Reichtum geschlossen hat. Jedenfalls steht er vor einem aufgebenen Werksgelände. Ein Alfa Spider wird es drum wohl eher nicht werden, einmal vorher in der Karre drinsitzen muss schon sein.

Am Volkswagenhändler fährt er vorbei, der einzige Kandidat, ein EOS
schaut geschlossen aus wie ein Jetta, der unter Verstopfung leidet und dem es deshalb das Blechkleid auseinanderdrückt.

Der Ford-Händler ist lustig. Er zeigt dem capt'n voller Stolz seinen neuen Focus und preist dessen vielfältige Vorzüge. Danach befragt, ob es das Fahrzeug auch mit einem Motor gäbe runzelt er zunächst die Stirn, beginnt dann aber verstehend darauf hinzuweisen, dass 136 PS für dieses Fahrzeug mehr als ausreichend seien. Man brauche nicht mehr, und überhaupt, die CO²-Debatte. Als der capt'n ihm daraufhin erklärt, noch weniger CO² würde der Wagen ausstossen, liesse man den Motor gleich komplett weg, verweist der Verkäufer ihn an die nebenan liegende Volvo-Filiale, die ja zum gleichen Konzern gehöre und auch Fahrzeuge mit Motor anböte.

Wo der capt'n eh schon mal da ist, geht er halt rüber in den anderen Showroom.
Vorbei an einem Schneewittchensarg steuert er direkt auf den C70 zu. Nettes Raumschiff, gut verarbeitet. Wenn es nur nicht so sturzlangweilig wäre.

Der Nissan-Händler, den er aufsuchen will, um sich den 350Z anzuschauen, ist mittlerweile ein Ford-Händler.

Glücklicherweise teilt der Jaguar-Händler ein paar Strassen weiter das selbe Schicksal. Das enthebt den capt'n der Versuchung, sich in einen XK reinzusetzen, völlig auszuticken, ihn gegen jegliche Vernunft mitzunehmen und sich die nächsten Jahre von Dosensuppe zu ernähren.

Angesichts der bislang trüben Ausbeute beschliesst der capt'n, nächstes Wochenende eine weitere Pilgerfahrt zu planen, um die bisher unbesichtigten Marken doch noch zu Gesicht zu bekommen. Natürlich ausgenommen den Jaguar. Allein das Betreten des Showrooms würde ihn vermutlich überzeugen.

Missmutig sitzt der capt'n in seinem gewohnten, alten Raumschiff. Was nun ? Er ist schräg drauf. Mit einem gemeinen Grinsen fährt er zum Opel-Händler. Dort angekommen, zeigt ihm Detlef Riebisl voller Freude einen Astra Twintop. Während Detlef vor sich hin schwärmt, dreht der capt'n sich zur Seite und gähnt verhalten. Dabei allerdings fällt sein Blick auf etwas, das er beim Opel-Händler so nicht vermutet hätte. Bevor Detlef es auch nur bemerkt, macht sich der capt'n auf in Richtung des GT.

Nutzwert null, Optik ungewöhnlich, unbequem wie ein Maultier, Federung weitgehend inexistent, ja, das wäre ein Raumschiff für den capt'n.

Ein Rest Kleinhirn meldet sich und fragt an, ob man wenigstens eine Reisetasche in die Karre rein kriegt.

Detlef Riebisl zeigt deutliche Zeichen von Verwirrung.
"Ja wissen Sie, Herr castagir, wir haben dieses Fahrzeug noch nicht so lange, aber warten Sie mal, ich mach mal die Kofferraumhaube auf."
Chefverkäufer Riebisl versinkt kopfüber im Fahrerfussraum. "Ah, ich hab's!" tönt es nur Minuten später. Riebisl erhebt sich, seine Fönfrisur ist offensichtlich derangiert.
"Links unten ist der Schalter zum Öffnen, geht mit dem Fuss" verkündet er und öffnet daraufhin ... die Motorhaube.
"Nunja, viel Kofferraum ist das aber nicht, der Motor nimmt doch arg viel Platz weg" nörgelt der capt'n und geleitet den mittlerweile sehr nervösen Riebisl in Richtung des Fahrzeughecks.
"Wie wär's, versuchen wir es noch mal hier ? Wir können ja beide mal raten, was unter diesem Blechdeckel liegt, hmm ?" Riebisl's linkes Auge beginnt zu zucken.
"Wissen Sie, Herr castagir, alle Verkäufer waren schon auf der Schulung für diesen Wagen, nur ich noch nicht!". Er wirkt zunehmend weinerlich.
"Ach Herr Riebisl, das macht doch nichts, ist ja nur ein Kofferraumdeckel, vermute ich zumindest, das Ding kriegen Sie mit Ihrer Erfahrung doch spielend auf."
Während Riebisl erneut ins Wageninnere taucht, bestellt sich der capt'n einen weiteren Kaffee. Drei Minuten später verschwindet Riebisl, um Sekunden später mit Kaffee und Chantal Schulze zurückzukehren. Chantal Schulzes Aufgabenbereich erschliesst sich dem capt'n nicht unmittelbar. Nachdem sie sofort und ungefragt vermeldet, dieses Modell überhaupt noch nicht zu kennen vermutet der capt'n, sie sei womöglich zur zwischenzeitlichen Bespassung des capt'ns hergebracht worden. Nachdem sie aber selbst wenig subtile Aufforderungen zum table dance hartnäckig ignoriert, und sich mit ihrem extrem kurzen Rock auch weigert, sich in den Beifahrersitz einzufädeln nimmt der capt'n an, sie sei womöglich von der Konkurrenz und soll den capt'n überreden, doch ein anderes Raumschiff zu kaufen.

Ungeachtet dessen funktioniert ihr Auftritt, denn während der capt'n Chantal Schulzes Kurven mit denen des GT vergleicht, hat Riebisl sich unbemerkt davongeschlichen um im Schlepptau des Wertkstattmeisters Alois Kreutzpointer zurückzukehren.

"Mensch Detlef, Du Hiasl, des doch goanz oanfach ! Do mochst des Hanschuhfächle auf, da drin is links ohm a Knopf und scho geht der Deckel oaf, hoast mi?"
Der Deckel ist endlich auf. Leider liegt das Verdeck drin, Roadster werden nunmal offen ausgestellt, und von dem zweifelsohne nicht vorhandenen Platz darunter ist nichts zu entdecken.

"Können wir das Verdeck mal zu machen, damit ich was sehen kann" fragt der capt'n vorsichtig an, und bestellt vorsichtshalber einen weiteren Kaffee.

"Des is koa Dhema, des is isi" verkündet Alois vergnügt, er hat mittlerweile eindeutig das Regiment übernommen. "Do drückmer des Gnöbbfle do und scho Scheissglump verreggts do is wohl d'Badderie leer".

Während Alois in Richtung Werkstatt verschwindet, wedelt Chantal aufgeregt mit einem halben Briefkasten voller Prospekte vor des capt'ns Nase herum. "Herr castagir, vielleicht ist hier ja ein Bild vom Kofferraum drin!" flötet sie, offensichtlich ungeheuer stolz auf ihren Geistesblitz. Der capt'n nickt nachlässig. Es wäre zwar die erste Hochglanzbroschüre eines 264PS-starken Roadsters, in dem ausgerechnet der Kofferraum abgebildet wäre, aber man soll ja nie nie sagen.

Kurz vor Ladenschluss kehrt Alois mitsamt einem Ladegerät zurück. "So, des schliessmer etz o, und wenns Monndag nochamol neischaung, donn kriegmer des ois ganz logger hi."

Der capt'n bedankt sich artig für die Mühe und fährt heim. Nächste Woche, nächste Runde. Es bleibt weiterhin schwierig.
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a life less ordinary ?

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