Dienstag, 29. September 2009

Bam Bam The Plunderer - Jackpot

(Kapitel XI, Einleitung und frühere Kapitel siehe weiter unten)

Zurück aus dem Wahlbüro hastete Bam Bam die Stufen hinab. Er wollte endlich level 8 besichtigen.

In Level 7 fand er seinen Schrank voller Dinge unberührt. Er hatte nichts anderes erwartet, schliesslich war er abgeschlossen gewesen. Er nahm einige Ausrüstungsgegenstände aus seiner bag of holding und stopfte sie zu den Dingen im Schrank. Dann stellte er fest, dass er von einer Sorte potions drei Exemplare bei sich trug, allesamt uncursed. Er entkorkte eine davon, setzte die Flasche an und ... konnte plötzlich alle Gegenstände sehen, die sich auf dem gesamten Level befanden!

Er sah in einigen Räumen Rüstungsteile liegen und sah dass in einigen Wänden Gold und Edelsteine versteckt waren. Am meisten jedoch faszinierte ihn eine besondere Ecke. Dort wurden ihm auf einem Feld von 2*2 Goldstücke angezeigt. Das war anders als die restlichen Angaben, denn sonst waren die Schätze, wenn es denn welche waren, recht weit verstreut. Das sah beinahe aus wie ein Tresor.

Bam Bam zog die schwere Spitzhacke aus der bag und trieb einen Korridor durchs Gestein. Er hatte recht gehabt, plötzlich kam er an eine Wand und als er diese durchbrach, stand er in einer Schatzkammer. Es lagen dort über 1000 gold pieces auf dem Boden. Leise pfeiffend sammelte er den Schatz auf und schlich auf leisen Sohlen nach draussen. Den mannshohen Korridor konnte er natürlich nicht tarnen, früher oder später würde er jemandem auffalllen. Aber die Existenz der Schatzkammer erklärte etwas anderes. Er hatte schon auf mehreren leveln die Meldung erhalten

"You hear footsteps of a guard on patrol."

und jedesmal gab es auf solchen levels einen unerreichbaren, dunklen Bereich. Bam Bam zog trotz seiner unterdurchschnittlichen Intelligenz den Schluss, eine solche Meldung könnte auf eine Schatzkammer hinweisen.

Als er die Spitzhacke wieder in die bag steckte entschloss er sich, eine neue Waffe auszuprobieren. Er hatte einem toten Monster ein Langschwert abgenommen, eine Waffe, die er aus seinen früheren Leben als Ritter zu kennen glaubte. Offenbar war er jedoch noch ungeschickt im Umgang damit, denn die nächsten kleinen Auseinandersetzungen mit schwächlichen Monstern dauerten länger als gewohnt, er traf nicht immer, und scheinbar richtete er auch nicht übermässig viel Schaden mit jedem Treffer an. Bam Bam behielt das Langschwert trotzdem in der Hand in der Hoffnung, sich bald "more confident in your weapon skills" zu fühlen.

Für den Notfall hatte er ja noch immer sein Breitschwert dabei.

Und er brauchte es beinahe sofort, als sich ihm eine leocrotta in den Weg stellte. Das Biest war schnell und traf ihn mehrfach pro Runde, kein Partner für Experimente.

Der linke Teil von level 8 schien unerreichbar zu sein, kein Weg dorthin, und keine Tür in den angrenzenden Räumen, auch keine versteckten. Auf der Suche nach einem versteckten Gang übersah Bam Bam einen sich schnell nähernden Raben, der ihn vorübergehend erblinden liess. Das war schlecht. Gut war, dass er in dieser Zeit seine telepathischen Fähigkeiten nutzen konnte und sah, dass es in dem unzugänglichen Teil ein paar Monster gab. Also mussten dort Räume sein. Problematisch war, dass eines der Monster eine cockatrice war, eins der gefährlichsten Monster im ganzen dungeon, denn obwohl es leicht zu schlagen war, es konnte einen zu Stein erstarren lassen. Bam Bam nahm an, viele der Statuen, die ihm bisher begegnet waren, könnten eine unangenehme Begegnung mit einer cockatrice gehabt haben. Bam Bam wusste auch, es gab ein Gegenmittel, aber im Moment konnte er sich nicht erinnern, ob er dazu eine bestimmte potion trinken oder etwas bestimmtes essen musste. Vielleicht würde es ihm im Schlaf wieder einfallen. Er gab die Suche nach den versteckten Räumen fürs erste auf und stieg die Treppen zu level 9 hinab.

"You hear the tones of courtly conversation."

Ups, wo war er denn nun hinein gestolpert ! Einige Schritte weiter stand er vor einem Raum, der mit Gnomen, Centauren udnd anderen Viechern gefüllt war.

"Off with his head!" schrie einer der Anwesenden gerade. Anscheinend waren die depperten Gnome besser organisiert als er gedacht hatte, schliesslich war er noch nie hier gewesen, trotzdem wusste man über ihn offensichtlich Bescheid.

Bam Bam zog sein Breitschwert und ging auf die Tür des Gerichtssaals zu. Drinnen wurde heftig debattiert. Der Anwalt beantragte gerade Vertagung als Bam Bam die ihm am nächsten stehenden Gnome mit seinem Schwert zerteilte. Er hatte damit gerechnet, dass nun die ganze Horde sich mit Gebrüll auf ihn stürzen würde. Aber nichts geschah. Seltsam. Da klapperte er mit schweren Eisenschuhen in den Raum, schlitzte zwei Geschworene auf und keinen kümmerte es ?

Im ersten Moment dachte er, sie nähmen ihn nicht ernst. Dann jedoch sah er, dass die ganze Horde in Richtung eines Throns schaute, der allerdings unbesetzt war. Gerade als Bam Bam sich fragen wollte, was das wohl sollte sah er einen kleinen Fernseher auf dem Thron stehen. Die komplette Richterbank sah gerade die zweite Halbzeit von Orcs gegen Goblins. Es schien ein spannendes Spiel zu sein und bam Bam stellte sich daneben um zuzusehen. Ab und an killte er einen der neben ihm stehenden Zuschauer, aber das Elfmeterschiessen hielt alle so in seinem Bann, dass sich niemand um ihn kümmerte. Nur die beiden Centauren waren angefressen, als er anfing, auf sie einzuschlagen. Sie konnten einiges wegstecken und schlugen eine üble Kelle, aber letztlich mussten sie sich geschlagen geben. Der eine von ihnen versuchte noch zu flüchten, aber ein geworfener dagger im Rücken machte der Flucht ein Ende.

Die ganze Truppe hatte kaum nützliches dabei, in dem Schrank hinter dem Thron fand Bam bam allerdings einen weiteren, ihm unbekannten Ring. Als der Raum klar war sah er auch einen Ausgang. Er hatte hier durch gemusst.

Drei Schritte weiter jedoch öffnete sich eine Falltür unter ihm und er fiel eine Ebene tiefer, auf level 10.

So etwas mochte er gar nicht. Er hatte die schlechte Erfahrung einige Tage zuvor nicht vergessen, als er sich unvermittelt in level 4 wiederfand, ohne darauf vorbereitet zu sein.

Offensichtlich hatte er die Suche nach Fallen vernachlässigt. Und das hiess es war höchste Zeit, eine Pause zu machen.

Sonntag, 27. September 2009

Bam Bam The Plunderer - Partytime

(Kapitel X, Einleitung und frühere Kapitel siehe weiter unten)

Frisch gebadet zog Bam Bam sich an, legte alle seine überzähligen Dinge ab und machte sich auf, den grossen Raum mit den vielen Monstern in Angriff zu nehmen. Als er blind gewesen war hatte er gesehen, dass die Monster erstaunlich klein waren, viele zwar, aber nichts ernstzunehmendes, abgesehen von einer Nymphe und einem dieser ekelhaften floating eyes, die einen paralysieren konnten. Und natürlich dem Werwolf.

Er schloss die Türe auf.

Kaum hatte er den Schlüssel aus dem Schloss gezogen ging die Türe auch schon auf, und die Truppe kam, um ihn zu grillen. Allerdings stand Bam Bam im Gang, sodass er immer nur ein Monster zur gleichen Zeit am Hals hatte.
Das wüste Gehacke dauerte einige Zeit, aber irgendwann war Ruhe. Den Werwolf schien er irgendwann mittendrin erledigt zu haben ohne es zu wissen und Bam Bam fürchtete sich ein wenig davor, ob er wieder gebissen worden war. Er fürchtete, wieder als Ratte durch die Gegend ziehen zu müssen, schob das aber beiseite. Die nymph und das floating erledigte er aus der Ferne, in dem er so lange dagger nach ihnen warf, bis sie einknickten.

Am Ende des Raums waren drei Türen und hinter einer davon fand er eine bag. Nachdem es sich nicht um eine bag of tricks handelte, wie er schnell rausfand, konnte es entweder ein sack oder eine bag of holding sein. Die Monstertruppe hatte massenhaft Dinge übrig gelassen und Bam Bam hob auf, soviel er tragen konnte. Er war wieder burdened. Dan steckte er nach und nach mehr Dinge in die bag und siehe da, obwohl er immer noch gleich viel Zeug mit sich herumtrug, war er plötzlich nicht mehr burdened, sondern unencumbered. Super, eine bag of holding ! Bam Bam wusste, wenn er es schaffte, sie segnen zu lassen, würde sich ihr Nutzen noch weiter steigern, und alle in ihr würden noch leichter werden als jetzt schon.

Diese bag würde ihm grosse Dienste leisten. Denn der einzige Tempel, den er bislang entdeckt hatte, war meilenweit entfernt, 4 Sokoban-Level hinunter, zurück in Level 7, von dort hoch zu Level 4, und dann drei Ebenen in die Minen zum Einkaufszentrum. Er wollte den Weg nicht öfter machen als nötig, und er hatte einen Haufen Zeug mit sich rumzuschleppen.

Auf dem langen, aber ereignisarmen EWeg stand er irgendwann einem gelatinous cube gegenüber, teilte ihn in kleine WÜrfel und aß ihn auf. Er liebte Wackelpudding. Da erhilet er die Meldung

"You are full of hot air!"

Ihm war klar, das müsste irgendeinen Effekt auf seine Eigenschaften gehabt haben. Für den wand of enlightenment war es aber noch zu früh, er wollte dessen Ladungen nicht vorzeitig verschwenden und jetzt nachsehen.

Im Tempel angekommen vollführte er wieder sein schon bekanntes Ritual. Er warf alles, was er konnte auf den Altar, dieser sagte ihm, was davon er gefahrlos testen oder anziehen konnte, und dann probierte er der Reihe nach sämtliche Schilde, Helme und Mäntel an, die er mit hierher geschleppt hatte, ausser den verhexten Teilen.

Seine armor class reduzierte sich auf -6, als er einen elven helm und elven shield anlegte. Beide Teile waren bunt, aber sahen nicht halb so schlimm aus wie die schwulen Stiefelchen, die er früher getragen hatten.

Und sie hatten den Vorteil, beide blessed zu sein. Das hatte zwar keinen direkten Effekt, aber er war in der Zwischenzeit Monstern begegnet, die weniger mit Waffen kämpften, sondern eher mit Zaubersprüchen, und manchmal Teile seiner Ausrüstung verfluchten. Und hier waren blessed items hilfreich. Wurde ein solches item verflucht, dann verlor es den Status blessed und wurde uncursed, er konnte es immer noch ablegen. Erst der nächste Fluch würde es cursed zurücklassen sodass er in Schwierigkeiten käme.

Er hatte mittlerweile auch eine kleine Sammlung an scrolls und potions, wusste aber nicht, was er damit anfangen sollte, weil er sie nicht identifizieren konnte.

Er räumte den Tempel wieder schön auf, trug alle Dinge zu den zwei stetig wachsenden Stapeln und überlegte, was er nun tun sollte.

Iregndwo unterwegs hatte er experience level 10 erreicht und hatte nun 120 hit points, genug, um mit den normalen Monstern in den Minen leicht fertig zu werden. Und so entschloss er sich, die Minenlevel unterhalb des Einkaufszentrums vorsichtig zu erforschen in dem Wissen, dass dort unten mehr lauern konnte als das, was ihm bislang begenet war.

Und seine Vorsicht sollte sich auszahlen, als er direkt unterhalb des Einkaufszentrums plötzlich darf lords und dwarf kings gegenüber stand, die wesentlich härtere Gegner als die normalen Zwerge es mittlerweile waren.

Essen hingegen stellte nach wie vor ein kleines Problem dar. In den Sokoban-levels hatte er nicht viel gefunden, und die Monster dort waren zum Grossteil menschlich und vielen damit als Imbiss aus.

So frass er sich von food ration zu food ration, die das ein oder andere tote Monster ab und zu fallen liessen, ohne allerdings einen Vorrat aufbauen zu können.

Drei Ebenen unterhalb des Einkaufszentrums hörte er plötzlich einen Ton. Es war ein Klingeln, das nicht aufhören wollte. Das Wort 'handy' kam ihm in den Sinn, ohne dass er wusste, was es bedeutete. Aber es zwang was ihn zu einer Pause. Gerade als er weitergehen wollte, erhielt er von einem Boten eine scroll of Wahlbenachrichtigung. Er gedachte sie dieses mal zu ignorieren, als plötzlich eine Stimme in seienm Kopf war ...

"Zum Wahlbüro Du gehen musst, junger Yedi".

'Jaja, schon gut, ich mach ja schon' brummte Bam Bam leise. 'Und grosser Kürbis, nenn mich entweder nicht Yedi, oder gib mir auch so ein Schwert, klar?'

Laut fluchend machte er sich auf nach oben zum Ausgang. Er musste sich sputen, um noch vor Sonnenuntergang seine Pflicht zu erfüllen, die Monster würden nicht weglaufen.

Bam Bam The Plunderer - Sokoban

(Kapitel IX, Einleitung und frühere Kapitel siehe weiter unten)

Bam Bam war am Ende seiner Kraft. Seit Stunden schob er nun Felsbrocken durch die Gegend, um sich einen Pfad zur Treppe zur schaffen, ohne in die vielen Löcher zu fallen, die auf dem Weg dorthin lagen, und um die herum es keinen Weg gab.

Seine gute Planung hatte offenbar dazu geführt, dass er sich irgendwann schlauer fühlte:

"You feel wise! You must have been very observant."

Allerdings ging dadurch nicht seine Intelligenz, sondern seine Weisheit um einen Punkt nach oben. Er war demnach nun ein etwas weiserer Vollidiot, was immer das helfen sollte.

Wirklich störend war beim Herumschieben der Feldbrocken, dass ab und an Monster aus dem nichts auftauchten, und den ohnehin engen Raum verstopften. Eines von ihnen hatte eine scroll of identify dabei, mit deren Hilfe Bam Bam einige Ringe (teleportation, stealth, invisibility) identifizieren konnte, sowie einen wand of enlightenment, seltsamerweise aber dieses mal nicht seine sämtliche Ausrüstung.

Er traf unter anderem auch eine Nymphe, die ihm eine kurz vorher identifizierte scroll of teleportation stahl, diese las, aber nicht wegteleportieren konnte. In seinem Zorn erschlug er sie kurzerhand.

Auf dem vierten Level von Sokoban, tauchten urplötzlich gleich vier elfs auf, die ihm einen harten Kampf lieferten. Sie hatten massenhaft Ausrüstung dabei. Mehr aus Versehen wechselte Bam Bam sein Kurzschwert gegen ein Breitschwert und kämpfte fortan damit. Schon wenige Kämpfe später hatte er sich ein wenig an den Umgang damit gewöhnt. Er wusste allerdings nicht, ob es verhext war ... und im Moment wollte er es auch gar nicht wissen.

"You feel more confident in your weapon skills."
(#e)nhance broadsword

Der wand of enlightenment hatte 11 Ladungen, und so wendete er ihn einmal an.

"You feel self-knowledgeable..."

"You are piously aligned."
"You are poison resistant."
"You are telepathic."
"You are fast."
"You can safely pray."

"The feeling subsides."

Das waren doch mal wichtige Informationen! telepathic, das war wohl dafür verantwortlich, dass er Monster sehen konnte, solange er blind war. fast, ja, er hatte schon festgestellt, dass seine Gegner im Vergleich zu ihm bestenfalls halb so oft zuschlagen oder sich halb so schnell bewegen konnten wie er. Die letzte Angabe hingegen war die interessanteste. Seine Erinnerungen an frühere Leben ergaben plötzlich mehr Sinn, denn die Götter hatten seine Gebete meistens dann abgelehnt, wenn er mehrmals gebetet hatte, ohne viel Zeit vergehen zu lassen.

Andererseits wusste Bam Bam, dass ihm viele wichtige Eigenschaften noch fehlten. Ausser gegen Gift war er gegen nichts resistent, weder Feuer, Säure, Kälte noch sonstige Dinge. Ihm war klar, dass er einige dieser Eigenschaften durch Ringe an seinen Fingern oder Amulette erhalten konnte. Allerdings war von seinen drei identifizierten Ringen der ring of teleportation cursed, so dass er ihn nicht wieder würde ablegen können, sobald er ihn einmal übergestreift hatte. Er musste nach wie vor sehr vorsichtig sein bei Monstern, die ihn nicht einfach nur mit geschmiedeten Waffen angriffen.

Unter den spontan auftauchenden Monstern war auch wieder ein gelbes Licht. Entkommen konnte Bam Bam ihm auf dem wenigen Raum nicht, und so war er wieder blind.

Dies hatte einen seltsamen Effekt: er konnte plötzlich sämtliche Monster auf dem Level sehen, gleichgültig wo sie waren! Und er erschrak furchtbar, denn ein Raum hinter dem Dutzend Löcher war bis auf den letzten Platz mit Monstern gefüllt, darunter einige Arten, die er noch nicht gesehen hatte (iron piercer, leprechaun) und ein weiterer Werwolf in der Verkleidung eines elfs. Dieser bereitete Bam Bam grosse Sorgen, zu frisch war die Erinnerung an die Zeit, als er ständig zu einer Ratte mutiert war.

Einige Zeit später hatte er alle Löcher auf dem Weg zu dem Raum voller Monster gefüllt. Solange er noch blind war, wollte er keinesfalls die Konfrontation mit all den Monstern suchen, die in dem Raum auf ihn warteten. Als er wieder sehen konnte merkte er, wie erschöpft er nach dem langen Arbeitstag war. Zudem verspürte er den Wunsch zu baden und ein Buch zu lesen. Darum beschloss er, einen angenehmen Abend zu verbringen und morgen wiederzukehren.

Bam Bam The Plunderer - Abstieg

(Kapitel IIX, Einleitung und frühere Kapitel siehe weiter unten)

Bam Bam wanderte vorsichtig durch die Minen zu ihrem Ausgang. Er wusste, unterhalb des Einkaufszentrums kamen noch weitere Ebenen der Minen, aber der Respekt vor den dort sicher stärkeren Monster hielt ihn davon ab, gleich dort hinunter zu steigen. Statt dessen wollte er erst in den normalen Levels ein wenig tiefer steigen und sie erforschen, nicht zuletzt, um sich dort vielleicht zuerst noch den ein oder anderen experience level zu verdienen.

Endlich am Ausgang angekommen beschloss er, carlito nicht mitzunehmen in die unteren Level. Er wusste, jeder Begleiter war besser als keiner, aber er fürchtete, carlito sei einfach noch zu schwachbrüstig, um dort unten zu überleben. Er gab ihm noch die mitgebrachte Ration Futter, auf die Petersilie allerdings verzichtete er. Dann sagte er 'Mach's gut, Frühstück! Irgendwann komm ich wieder, und wenn Du dann noch da bist, nehm ich Dich mit.'

Wenige Momente später stieg er hinab in den Level 5. Das erste was er sah, war wieder eins von den gelben Lichtern, wie das, was ihn vor nicht allzu langer Zeit geblendet und die ganze unselige Werwolfgeschichte verursacht hatte. Er versuchte auszuweichen und in die andere Richtung zu gehen. Letztlich jedoch war die Begegnung unvermeidlich, und Bam Bam war wieder blind. Angst kannte ein Barbar nicht, aber er war gespannt, was dieses mal passieren würde.

Während er blind herumstolperte, kam es zu mehreren, wohl unvermeidlichen Kämpfen. Einer seiner Gegner war ein Elf, der ihm einen harten Kampf lieferte. Es wäre zu schön gewesen zu sehen, ob alle Elfen himmelblaue Stiefelchen mit Entchen drauf trugen, oder ob nur Wilma einen miesen Geschmack bei Auswahl gehabt hatte. Da von dem Elf allerdings nicht übrig blieb ausser seinem toten Körper, konnte er es nicht herausfinden. Als er wieder sehen konnte, begegneten ihm die ersten Mumien. Als er einer in Zeitung eingewickelten Mumie eines Zwerges gegeüberstand, musste er unkontrolliert lachen. Diese Mumien waren langsam und richteten wenig Schaden an.

Er hatte mittlerweile sein Barbarenschwert gegen das Kurzschwert eines verblichenen Zwergs eingetauscht und den Schild aufgenommen, der ihm weitere 3 Punkte armor class brachte, für einen Gesamtwert von -4. Langsam konnte er wirklich beginnen, auch mal mit einem ernsthaften Monster zu kämpfen. Sie würden früher kommen als er bereit war, das war sicher.

Level 6 barg in der Mitte einen grossen, von Statuen gesäumten Kreuzgang, der aussen um das Orakel von Delphi herum führte. Mit dem Orakel zu reden war relativ langweilig, es gab nur ziemlich kryptische Antworten auf seine Fragen und so gab er es schnell auf. Die Statuen interessierten ihn. Einige davon stellten Centauren dar, Monster, die lebend eine echte Herausforderung mit unsicherem Ausgang für ihn gewesen wären. Darum verliess er den Kreuzgang zu bald wie möglich in Richtung Level 7.

Dort angekommen schlug er sich mit einen Haufen Mumien und Orcs.

"Welcome to experience level 9."

Die orcs waren kräftig, dafür schleppten sie zum Ausgleich durchaus viel Zeug mit sich herum. Daher war er froh, in einem Raum endlich einen Schrank zu finden. Nachdem er das Schloss geöffnet und den chest durchsucht hatte (in ihm befanden sich ein spellbook, zwei scrolls und ein ring), stopfte er alle seine unidentifizierten Schätze und einen kleinen Beutel gold pieces hinein, schloss ihn ab und ging weiter.

Zum einen wollte er den ganzen aufgesammelten Kram nicht mit sich herumschleppen. Er trug so viel mit sich herum dass er bald schon wieder burdened wäre. Ausserdem hatte er bei den orcs gesehen, dass sie die zu Boden gefallenen Rüstungen ihrer verblichenen Kollegen anzogen und damit schwerer zu erledigen waren, sowie deren Waffen benutzten. Nebenbei wollte er sich aber auch eine Art Notfallkoffer schaffen, falls Teile seiner wichtigen Ausrüstung kaputt gingen oder zerstört wurden.

Natürlich hätte er lieber einen Rucksack besessen, in der man viel Zeug verstauen und mit sich herumtragen konnte, aber ausser der blöden bag of tricks in level 4 hatte er keinen passenden Behälter gefunden, und um einen Schrank mit sich herumzutragen war er noch lange nicht stark genug.

In Level fand er plötzlich eine Treppe nach oben. Sie führte aber nicht zurück nach Level 6, sondern in einen anderen Level. Dieser war anders als alle anderen zuvor.

Auf irgendeine Weise konnte er sehen, dass dieser Level aus einem einzigen, verwinkelten Raum bestand, und eine weitere Treppe in einen weiteren, unbekannten Level aufwies. Scheinbar hatte er eine weitere Abzweigung entdeckt, ähnlich der Minen, die ja ebenfalls parallel zu den normalen Leveln und Treppenhäusern verliefen. Noch interesanter war jedoch der Aufbau dieses Levels.

Der Weg zur anderen Treppe war mit Löchern im Boden gespickt, Löcher, die er nicht überqueren konnte. Andererseits lagen überall mannsgrosse Felsbrocken rum, die gut in diese Löcher zu passen schienen. Er erinnerte sich an ein Spiel aus seinem früheren Leben. Dort musste man Kisten an bestimmte Plätze schieben und dabei höllich aufpassen, dass man sie weder in eine Ecke schob aus der man sie nicht mehr heraus bekam, noch sich selber einmauerte. Während er in Erinnerungen schwelgte fiel ihm der Name ein - Sokoban.

Die Götter hatten wirklich einen seltsamen Humor, ihm mitten in einem kampf auf Leben und Tod ein Spiel zu präsentieren. Natürlich nahm Bam Bam an, dass er dieses Spiel nicht zwangsläufig würde spielen müssen, andererseits wartete am Ende vielleicht eine Belohnung auf ihn. Daher machte er einen Plan, wie er die Steine verschieben musste, um alle Löcher im Boden zu füllen und zur gegenüberliegenden Treppe zu gelangen.


Bam bam the Bandit St:18/01 Dx:17 Co:18 In:6 Wi:7 Ch:6 Neutral
Dlvl:6 $:960 HP:106(106) Pw:18(18) AC:-4 Exp:9 T:5088

Ihm fiel auf, dass er befördert worden war. Er war nicht länger Bam Bam The Plunderer, sondern Bam Bam the Bandit. Wann dies geschehen war, wusste er jedoch nicht. Waren es die Götter gewesen ? Und was brachte es ihm ?

Als er testhalber den ersten Stein verschieben wollte, fielen ihm zwei Dinge auf. Er konnte nur einen Stein verschieben, keine zwei oder mehr hintereinander. Und er konnte sie nicht schräg verschieben. Das komplizierte die Aufgabe. Er war ja nicht der klügste Junge in der Strasse. Aber es gab scheinbar keine andere Chance, denn aus welchem Grund auch immer, die lächerliche Wand zwischen ihm und der anderen Treppe konnte er nicht mit seiner Spitzhacke einreissen, dabei sah sie kein bisschen anders aus als die Wände in den Levels oder in den Minen, und gerade dort war er zeitweise wie ein Maulwurf unterwegs gewesen auf der Suche nach Gold.

Dieser kleine, verwinkelte Raum hatte aber auch seinen Vorteil, viele Monster konnten sich hier nicht verstecken, und so gähnte er herzhaft und legte sich zur Ruhe. Mit einem Gedanken an carlito, den er in Level 4 zurück gelassen hatte, schlief er ein.

Freitag, 25. September 2009

Bam Bam The Plunderer - Des Barbaren neue Kleider

(Kapitel VII, Einleitung und frühere Kapitel siehe weiter unten)

Die Beschreibung der Minenlevel ist leider einem Fehler beim Speichern der Textdatei zum Opfer gefallen. Vielleicht hatte ich den kleinen Gott der Elektronen beleidigt, oder Bam Bam hatte den grossen Kürbis vergrätzt. Sie war aber auch eher lang als spannend, denn die Monster, hauptsächlich Gnome und Zwerge, waren keine echte Herausforderung mehr für Bam Bam. In Gefahr brachten ihn eher die diversen versteckten Fallen, rollenden Felsen, Löcher im Boden, eine der unvermeidlichen Bärenfallen und weiteres.

Nu soviel: Bam Bam fand Unmengen an Rüstungsteilen, Waffen und Ausrüstungsgegenständen. Nichts davon war erwähnenswert oder blessed. Mit der Menge an Spitzhacken, die er toten Zwergen aus den Händen gewunden hatte, hätte er allerdings ein Bauunternehmen aufmachen können.

Er musste zwischendrin zweimal mit all dem Zeug runter in den Tempel gehen um es B/U/C-testen zu lassen.

Er fand diverse potions, kleine Glasflaschen mit farbigen Flüssigkeiten darin, einen ring, sowie einen wand, einen Zauberstab. Er hatte zwei spellbooks auf dem Boden gefunden, und hoch gebracht in den Level drei, wo er sie für je um die 400 gold pieces an Enniscorthy, den verwirrten Buchhändler, verkauft hatte.

In den Minen hatte er einiges Gold in den Wänden gefunden, das er mit seiner Spitzhacke ausgrub. Zusammen mit seiner Beute besass er nun weit über 4000 gold pieces. Und das, ohne Berge an Rüstungsteilen in den Laden auf Level 2 geschleppt zu haben.

Als er das dritte Mal im Tempel ankam, hatte er er alle seine Rüstungsteile abgelegt und dem Priester um die 3500 gold pieces gegeben. Seine armor class ohne Rüstung war dadurch von 10 auf 8 gefallen. Besser als nichts.

Des Barbaren neue Kleider

Bam Bam legte das ganze verhexte Zeug und alles nützliche, aber im Moment nicht benötigte Material auf die zwei getrennten Haufen in der Nähe des Altars und sortierte seine Ausrüstung. Alles wichtige dabei ? Ok. Er schloss die Tür zum Tempel auf und trat raus in die Ladenpassage, nicht ohne den Tempel hinter sich wieder abzuschliessen, schliesslich sollte nicht jeder dahergelaufene Depp seine Schätze plündern. Es wäre ihm zwar lieber gewesen, eine abschliessbare Kiste zu haben, oder einen Schrank, aber es musste auch so gehen. Er vertraute dem Priester. Schliesslich hatte er ihm einen Haufen Kohle gegeben. Er hatte noch einen Gang in die Minen über sich vor sich, um den restlichen Plunder zu holen.

"The vampire bat hits!"
"You hit the vampire bat !"
"The vampire bat hits!"
"You hit the vampire bat !"
"The vampire bat hits!"
"You kill the vampire bat !"

Zähes Luder. Und es raubte ihm gehörig Hitpoints. Er befand sich zwar in einem Nebenast der Dungeons, allerdings auf Level 7. Weiter oben in den regulären Ebenen warteten noch Level 5 und 6 auf ihre Erkundung. Vielleicht wäre es besser erst dort weiter zu machen, bevor er sich hier unten weiter mit den grossen Jungs anlegte. Vielleicht gab es ja dort noch das ein oder andere Stück Rüstung zu finden, oder er erreichte experience level 9. Er hatte keine Eile. Und zu essen würde er schon etwas finden, beziehungsweise erlegen.

Kaum oben an der Treppe zu den Minen angelangt, stand ihm ein Zwerg gegenüber. 'Hey Figur. Ready to rumble?' dachte Bam Bam und zückte sein Schwert. Es war ein kurzer kampf. Der Zwerg hatte einige schöne Dinge bei sich. "a dwarvish mithril coat. a dwarvish iron helm. a pair of iron shoes. a dwarvish cloak. 220 gold pieces." und einiges mehr. Der kleine Stinker war ganz schön wohlhabend gewesen, vermutlich hatte er gerade eine Ladung Edelsteine an irgendeinen Touristen vertickt.

Ein dwarvish mithril coat war eine tolle Rüstung, leicht, rostfrei und ziemlich wirksam. Nun gut, alles wäre wirksamer als sein verrosteter Sabberlatz der sich ring mail schimpfte, und allein dieses Teil machte es lohnenswert, sofort noch mal runter in den Tempel zu gehen und sie vom Priester überprüfen zu lassen. Er nahm gleich alles mit.

"You have a little trouble lifting h - a dwarvish mithril coat."
"Your movements are slowed slightly because of your load."

Ja klar. Er lief ja auch schon wieder rum wie ein sammelwütiger Hamster. Ein Grund mehr, das gleich zu erledigen.

Alles uncursed, und Bam Bam begann den grossen strip mitten auf dem Altar. Der Priester sah gespannt zu, sagte aber keinen Ton. Er zog seinen cloak aus und probierte den anderen. Passte, aber seine armor class wurde weder besser noch schlechter. Er zog ihn wieder aus, und legte den Sabberlatz ab, Ha, das verrostete Ding lieferte grade mal noch 2 Punkte armor class, dabei wog es eine halbe Tonne! Er schlüpfte in den Anzug. Woah! -1. Das erste mal unter null. Und das Ding war federleicht. Bam Bam schmiss den vergammelten Blechpanzer auf den Haufen der vielen Dinge. Anschliessend probierte er den anderen Helm. Kein Unterschied, beide hatten 2 Punkte für die armor class.

"Your movements are now unencumbered."

Das war gut. Und wichtig. Er konnte es sich nicht leisten langsam zu sein. Er hatte zwar das ein oder andere gelernt und war kein Anfänger mehr, aber immer noch konnte jederzeit ein blödes Monster um die Ecke biegen und ihn mit ein bisschen Glück im falschen Moment killen. Und je schneller er war, um so öfter konnte er zuschlagen. Und bei seiner Kraft war das viel wert.

Aber dank der neuen Rüstung hatte sich der kurze Abstecher ganz sicher gelohnt. Sollte er seinen Plan überdenken und nun doch weiter in den Minen absteigen ? Nein, er hatte seine Entscheidung getroffen und würde das jetzt so durchziehen. Es sei denn er fand noch ein paar Zwerge, die ihn immer dank seiner Neugier wieder zurück in den Tempel trieben.

Er winkte dem Priester zum Abschied zu und machte machte sich auf den mittlerweile vertrauten Weg nach oben.

Bam Bam The Plunderer - Durch die Minen

(Kapitel VI, Einleitung und frühere Kapitel siehe weiter unten)

Er suchte die Treppen und ging hoch in die Minen über dem Einkaufszentrum.

Er war gerade mal wenige Schritte weit gekommen da fiel ihm auf, dass er das Wichtigste vergessen hatte. Er wollte doch seinen cloak und sein roundshield vom Priester untersuchen lassen. Eine Horde Gnome lenkte ihn von seinem Versäumnis ab. Sie waren kein grosses Problem, hatten aber einige Ausrüstung bei sich.

"Welcome to experience level 7."

Scheinbar waren Gnome kein grosses Problem mehr für ihn. Zwei Zwerge, einen hobbit und einen Vorarbeiter später war er bepackt wie ein Maulesel. Als er sich bückte, um ein Kurzschwert aufzuheben, erfuhr er:

"You have a little trouble lifting x - a short sword."
"Your movements are slowed slightly because of your load."

Zeit, seinen Hausrat auszumisten. Er liess einen weiteren Schild zu Boden fallen, den er irgendwo aufgesammelt hatte und machte sich auf den Weg zurück.

"Your movements are now unencumbered."

Unten im Einkaufszentrum angekommen, machte er sich auf die Suche nach der Kapelle. Sie lag mitten zwischen den Läden.

"The priest of Set intones: 'pilgrim, you enter a sacred place!'"
"You have a trange forbidding feeling ..."

Hmm, schade. Bam bam war neutral eingestellt und verehrte bestenfalls den grossen Kürbis, dieser Priester hier hing scheinbar einem anderen Glauben an. Aber Bam Bam wusste, gleichgültig welche Religion er hatte, der Priester würde ihm helfen seine Sachen zu identifizieren. Bam Bam wusste aber, es wäre eine schlechte Idee, in diesem Tempel zu beten, das würde den grossen Kürbis mit Sicherheit stinkig machen.

Er drückte die Tür hinter sich zu und schloss sie ab, dann ging er rüber zu dem kleinen Altar, der mitten im Raum stand. Der Priester tappte unkoordiniert und leise Gebete murmelnd durch die Kapelle.

(D)rop
"Drop what type of items ?"
X - Items of unknown B/C/U status

Und schon fielen die Teile der Reihe nach auf den Altar.

"There is a black flash as a short sword hits the altar."
"A round shield lands on the altar."
"There is an amber flash as a scroll named TEMOV hits the altar."

So ging es weiter, bis der Altar überquoll von dem ganzen Mist den er aufgesammelt hatte.

Schwarz, das wusste er, bedeutete verflucht (cursed), amber hingegen bedeutete gesegnet (blessed). Alle Teile, die keine solche Meldung gebracht hatten, waren ganz normale Gegenstände.

Er fing an, sie wieder aufzuheben, die cursed items mit sehr spitzen Fingern. Er durfte sie anfassen, nur nicht benutzen oder anziehen. Drum ging er zu einer Ecke des Tempels hinüber und liess das ganze verhexte Zeug dort fallen, nur um nicht doch aus Versehen einen Fehler zu machen.

Nun würde er lesen lernen.

"You read the scroll."
"This is an identify scroll."

Und dann kam ein ganzer Haufen Meldungen. Scheinbar hatte diese blessed scroll of identify alles identifiziert, was er gerade mit sich rum trug. Er schaute in sein inventory.

Oh, das pair of iron shoes war blessed +1. Binnen Sekunden zog er seine schwulen Elfenstiefel aus und die Schuhe an. Nur eine armor class besser als vorhin, die Elfenstiefel schienen gar nicht schlecht zu sein, aber sie waren hässlich, und drum war es ihm egal, dass er die Meldung erhielt:

"You sure are noisy."

Das round shield war ebenfalls blessed +1, aber das half ihm nichts, er trug ja nach wie vor sein zweihändiges Barbarenschwert, hatte also keine Hand frei für einen Schild. Und ausgerechnet das short sword lag auf dem Stapel der verhexten Gegenstände.

Der Helm war normal und er setzte ihn auf. Wieder eine armor class weniger. Er sah aber nicht weniger komisch aus mit seinen Eisenschuhen, seinem viel zu kleinen Helm, und seinem verrosteten Sabberlatz. Eine Rüstung musste her. Er könnte ja hoch in den second hand shop gehen, aber eigentlich wollte er sparen. Denn mit entsprechend viel Kohle konnte man sich von einem Priester "protection" kaufen, was die eigene armor class ohne Rüstung weiter senkte. Das war zwar sauteuer, aber sehr hilfreich. Und er musste es bald tun. Denn der Preis dafür stieg mit seinem experience level, und er war mittlerweile auf 7. Er brauchte um die 3000 gold pieces dafür, hatte aber trotz carlitos kleptomanischer Veranlagung zusammen mit allem erbeuteten Gold nur wenig über die Hälfte davon. Er hatte auf einen shop gehofft, in dem er all den unnützen Kram hätte verkaufen können.

Nun machte er einen neuen Plan. Er würde die Minen wieder hochsteigen, die Aufgänge suchen bis zurück in den normalen Level 4. Dabei würden ihm sicher einige Monster begegnen, die noch irgendwas bei sich hatten. Dann würde er wieder hier her in den Tempel kommen, alles B/U/C-testen lassen, anprobieren und alle überflüssigen Waffen und sonstigen Kram in dem second hand store auf level 2 verkaufen. Mit ein wenig Glück würde er nicht allzu vielen Monstern begegnen und auf experience level 7 bleiben, höchstens auf 8 steigen, was den Preis für den priesterlichen Schutz nicht sehr erhöhen würde.

Nun, da sein Plan fertig war, ging es ans umsetzen. Er machte einen zweiten Stapel mit Dingen in einer anderen Ecke des Tempels auf, auf dem er alles ablegte, was er nicht sofort brauchte. Ausser Waffen und Rüstungsteilen behielt er lediglich seine Lampe und die zweite food ration. Er wollte alles was er fand hier herunter schleppen, und testen lassen ohne allzu oft laufen zu müssen.

Nun, da er einen Plan hatte, ging es an die Umsetzung. Er verliess den Tempel und machte sich auf, zurück in die gnomish mines. Er musste als erste mal den Ausgang finden, auf seinem Weg nach unten hatte er sich ja durch die Höhlendecken gebuddelt, sodass weite Teile der Level noch unerforscht waren.

Bam Bam streckte sich, liess die Schultern kreisen und machte sich auf den Weg.

Mittwoch, 23. September 2009

Bam Bam The Plunderer - Einkaufsbummel

(Kapitel V, Einleitung und frühere Kapitel siehe weiter unten)

Bam Bam wachte von einem hellen Licht auf, das ihn blendete. Wo war er ? Ach ja richtig, er lag vor dem Eingang des Einkaufszentrums. 'Wie ein Penner, und ausschauen tu ich auch wie einer' dachte er. Offenbar sah das der muskulöse Wächter in Uniform genauso und hatte ihn deshalb einer kurzen Prüfung unterzogen. Bam Bam gähnte herzhaft, winkte dem Wachtmeister kurz zu und ging in die Eingangshalle. Erstmal würde er sich etwas zu beissen beschaffen.

Er ging durch die Ladenstrasse, bis er er eine Dönerbude fand.

"Hello Bam Bam! Welcome to Tegal's delicatessen!"
"Would you please leave your pick-axe outside?"

Tegal versperrte ihm den Eingang. Bam Bam lehnte die Spitzhacke gegen die Wand. Anscheinend hatte Tegal schlechte Erfahrungen gemacht mit Zwergen, die sich bei ihm vollgefressen, und sich dann durch den Boden nach unten gebuddelt hatten.

'Tach auch. Chef, ich will keine Delikatessen, ich will auch kein halbes Hähnchen an ganzer Erbse, ich will ein Schnitzel, und zwar so groß!' Er breitete seine Arme aus. 'Mit allem, zum mitnehmen, im Brötchen. Und pronto, wenns geht." Tegal war bemüht, aber ratlos. Seine Hände ringend erzählte er Bam Bam von Lieferschwierigkeiten und unzuverlässigen Kunden. 'Ja Chef, is gut, dann nehm ich eben die Lunchbox da hinten, und die da auch. Und noch die Packung Hundefutter da.' Sollte er carlito wiederfinden, würde er versuchen, ihn mit einer Dose püriertem Kobold und Petersilie zu besänftigen. So wie er es in der Werbung gesehen hatte. Damals ... zuhause. Er seufzte.

"Itemized billing ? [yn]"
"You give Tegal 151 gold pieces."
"Thank you for shopping in Tegal's delicatessen!"

Verdammt. Vermutlich stank er wie ein Wiesel, und sein miserables Charisma half wohl auch eher nicht beim handeln. Aber 67 Steine für eine food ration, das war heftig. Selbst das Hundefutter kostete ein Vermögen. Er verliess den Laden. Kauend marschierte er an den Schaufenstern entlang. 'Ein Lampenladen, na toll'. Freilich, Licht war schon wichtig, gerade hier unten, aber er hätte dringender einen Werkzeugladen oder einen Baumarkt gebraucht. Trotzdem ging er durch die Tür.

"Welcome to Izchak's lighting store!"
"Would you please leave your pick-axe outside?"

Entweder waren die hier alle ein bisschen paranoid, oder diese verdammten Zwerge waren noch ein übleres Pack, als er schon immer gedacht hatte. Wer klaute schon Kerzen.

Er betrat den Laden ohne Spitzhacke. Haufenweise Kerzen. Er hob die einzige Lampe im Laden auf.

"For you, honored sir; only 19 for this lamp."

Das erschien ihm nicht teuer. Er zählte die Münzen ab und ging wieder. Die nächste Tür war verschlossen und als Bam Bam sie öffnen wollte, fand er sie abgeschlossen. 'Hm. Inventur vielleicht. Oder die Geschäfte hier unten gehen wirklich so lausig wie Tegal der Dönerschmied behauptet hat.' Er ging weiter. Die meisten Läden standen leer. Er fand nur noch einen Hardware-Laden. Ups, was stand denn da drin ? Neben dem Inhaber Enbrobwem stand ein kleines "n". Bam Bam erinnerte sich dunkel. Das war doch nicht etwa eine von diesen fiesen Nymphen ? Diese Luder klauten einem alles, was sie sich schnappen konnten und pooof, waren sie weg, wie in Luft aufgelöst.

Na toll, ausgerechnet in dem Laden, wo er vielleicht eine Tasche, eine Truhe oder wenigstens vielleicht einen Dosenöffner hätte finden können. Missmutig drehte er wieder um und verliess den Laden.

'Tolle Fassade, aber nix los, das ist ja wie bei uns zuhause' dachte Bam Bam und wünschte sich die Zeit zurück, als es noch Kramläden an den Strassenecken gab. Hier gab es nichts mehr zu sehen.

Er ging zurück zur Treppe nach oben.

"You feel your magical energy drain away!"

Verdammt, zwei Schritte von der Treppe entfernt lag eine versteckte Falle im Boden. Es zahlte sich doch aus, immer genau den selben Weg zurück zu gehen, den man gekommen war. Er hatte nicht aufgepasst. Zum Glück hatte die Falle ihm nur Punkte genommen, die er zum zaubern brauchte. Aber mit zaubern hatte eh wenig am Hut. Ein zaubernder Barbar, das war doch armselig. Nur gut, dass nichts schlimmeres passiert war.

Aber Bam Bam nahm es als Zeichen dafür, dass er schon wieder erschöpft war. Er verzog sich mit samt seiner Ausrüstung in eine Ecke des Raumes und machte ein Nickerchen.

Dienstag, 22. September 2009

Bam bam The Plunderer - Wir müssen reden

(Kapitel IV, Einleitung und frühere Kapitel siehe weiter unten)

Bam Bam erwachte. Er war über dem Grübeln eingeschlafen. Diese Werwolfsache war immer noch ungeklärt. Bam Bam wusste, es gab Heilung dafür. In seinem Traum war die Erinnerung zurückgekommen. Einst, als Ritter, hatte er mal einen Ring gefunden, der nach seiner identifizierung eine Art Schutz gegen Mutation war, ein "ring of protection against shape changers" oder so ähnlich. Aber erstens mal hatte er keine Ahnung, wo er ihn damals gefunden hatte, und ausserdem konnte er sich nicht mehr daran erinnern, wie genau er ausgesehen hatte. Selbst wenn er nun einen fände, würde er ihn kaum erkennen. Aber das alles war ohnehin graue Theorie. Solche Dinge fand man nicht einfach so. Meist waren sie viele Ebenen tiefer im Labyrinth zu finden, und er war ja gerade mal auf Level 4.

Dann fiel ihm noch etwas ein. Als Ritter hatte er öfter die Götter angefleht, ihm was zu essen zu schicken. Und meistens hatten sie das auch getan, wenn er sie nicht zu oft darum bat. Manchmal waren sie auch total angepisst und taten nichts, oder etwas völlig anderes, zum Beispiel ihn zu heilen. Man konnte sich nicht so recht auf die Götter verlassen. Und schliesslich war er kein Kreuzritter, sondern ein Barbar, er glaubte an den grossen Kürbis und daran, dass alles essbar war, was mehr als zwei Beine hatte, aber an keinen der Götter.

Andererseits war er verweifelt. Als Barbar-Ratten-Gemisch würde er vermutlich nicht mal einen einzigen weiteren Level überleben, und das Amulet, das er suchen sollte, war nicht einen, sondern noch 50 oder mehr Level entfernt. Raus aus dem Labyrinth konnte er aber auch nicht, und selbst wenn, was sollte er dann tun ? Die da oben würden einen Werwolf bestimmt auch nicht besonders mögen, sie mochten ja nicht mal Besucher aus dem nächsten Dorf.

Er rang sich zu einer Entscheidung durch. 'Ok, grosser Kürbis, lass uns reden. Wir wissen beide, dass ich nicht Dein glühendster Fan bin, aber vermutlich kennst Du das schon. Die Leute kommen immer nur, wenn es ihnen dreckig geht.'

Er ging auf die Knie.

"You beginn praying to Crom. You finished your prayer."
"You feel that Crom is well pleased."

Bam Bam sah an sich runter. Alles wie vorher. Aber was hatte er auch erwarten sollen ? Heilung war nicht nötig, seine kleinen Wunden waren alle verheilt, Hunger hatte er zur Abwechslung auch keinen gehabt.

Offensichtlich hatten die Götter wieder mal das getan was sie am besten konnten, also nichts.

Er erhob sich, überprüfte er ob alles beisammen hatte, und wanderte in Richtung des Eingangs zu den Minen. Je missmutiger er war um so mehr ärgerte ihn, dass carlito von all dem völlig unberührt war und nach wie vor fröhlich um ihn herum hupfte.

The Gnomish Mines. Hier sah alles anders aus. Keine Räume, keine Korridore, sondern mehr oder weniger wahllos in den Berg gehauene, breite Stollen, die sich ab und an zu richtig grossen Höhlen erweiterten um ein paar Schritte weiter zu einem winzigen Durchlass zusammenzuschrumpfen. Dieses Zwergenvolk ackerte scheinbar ziemlich planlos.

Er konnte aber relativ weit sehen. Scheinbar war es hier unten doch nicht so dunkel, wie er angenommen hatte. Am Horizont sah er ein paar Gnome rumwuseln, und das Klingen von Spitzhacken drang an sein Ohr. Er machte einen Schritt von der Treppe zur Seite. Einige Gnome kamen auf ihn zu, und sie sahen nicht fröhlich aus. Unter ihnen war auch der Schichtführer, der ihnen Anweisung gab. Bam Bam sah, dass es mindestens fünf Gestalten waren, die auf ihn zu kamen. Er überlegte kurz, wieder nach oben zu gehen, aber was würde das ändern ? Er rechnete sowieso damit, sich gleich wieder in eine Ratte zu verwandeln und alle Sorgen los zu sein. Also stellte er sich zum Kampf.

"The Gnome wields a dagger!"
"The Gnome lord shoots a crossbow bolt."
"You are almost hit by a crossbow bolt!"

'Daneben, daneeeeben' brüllte Bam Bam. Er hatte ohnehin schon mit allem abgeschlossen, da konnte er die letzten Momente auch geniessen und ein wenig Spass haben. Im Laufen warf einer der Gnome etwas nach ihm.

"You are almost hit by a dagger!"

'Häh häh, da kann ja meine Oma besser zielen!' Dann war der erste Gnom heran gekommen. Bam Bam liess sein Schwert kreisen. Er fiel sofort um.

"You kill the Gnome!"

Schade eigentlich. Er hatte sich zu einem recht brauchbaren Kämpfer entwickelt, wäre da nicht die Geschichte mit seiner ständigen Verwandlung. Die Gruppe kam mit gezückten Dolchen näher, nur der Vorarbeiter schoss im Laufen weiter mit crossbow bolts nach ihm, ohne allerdings zu treffen. 'Euch werd ich es zeigen, und wenn es das Letzte ist, was ich mache.'

"You feel agile!"
"You must have been working on your reflexes."

Keine Ahnung, wer das gesagt hatte, aber es stimmte, Bam Bam fühlte sich wirklich gut. Er würde den Gnomen einen grossen Kampf liefern. Nachdem sie relativ langsam waren, ging er ihnen ein Schritt entgegen und haute den ersten sofort um. Die anderen versuchten, ihn mit ihren Dolchen zu treffen und auch der Vorarbeiter schlug jetzt mit seiner Armbrust nach ihm.

"The Gnome Lord hits!"

Aua. Der Bursche hatte Kraft. Wenn so ein grüner Gnom ihn traf, kostete das zwei oder drei Hitpoints, aber der blaue Unsympath da schlug eine richtige Kelle. 'Den hau ich um, bevor ich wieder zur Ratte werde' dachte Bam Bam und hieb auf ihn ein. Es dauerte fünf oder sechs Runden, dann fiel er um. Bam Bam hatte nur noch zwei Treffer von ihm hinnehmen müssen, denn die Gnome waren recht langsam beim Ausholen, und trafen ihn auch längst nicht immer. Vielleicht reichte die Zeit ja noch, sich um die drei grünen Kerle zu kümmern, die mit ihren Brotzeitmessern nach ihm stachen.

"You miss the Gnome."
"The Gnome misses."
"The Gnome hits!"
"The Gnome misses."
"You kill the Gnome!"
"You hit the Gnome!"
"carlito bites the dwarf."
"You kill the Gnome!"
"You kill the Gnome!"

Schnaufend sah er sich um. Rund um ihn rum war Ruhe. Weiter hinten legte sich der verrückte Kater mit einem Zwerg an, der mit seiner Spitzhacke nach ihm schlug. carlito war allerdings viel zu schnell für ihn und so haute er daneben.

Viel Zeit zum Ausruhen würde Bam Bam nicht haben, da hinten kamen noch zwei von den grünen Männchen. Er war immer noch nicht mutiert, merwürdig. Er wühlte sich durch das, was die Gnome hatten liegen lassen. Noch zwei dagger. Noch ein Helm. Und ein gelber Edelstein. carlito sprang noch immer den Zwerg an.

Die beiden anderen Gnome kamen heran, ohne dass er mutierte, und so erledigte er sie. Sie hatten nichts von Wert bei sich. Nachdem sich sonst niemand zeigte war es wohl an der Zeit, seinem verrückten Kater zu Hilfe zu kommen. Der kam mit seinem Zwerg irgendwie nicht weiter. Zwar war er zu schnell um oft getroffen zu werden, aber scheinbar schlugen seine Zähne nicht tief genug in den Zwerg, um diesen ernsthaft zu verletzen.

"You hit the dwarf!"
"The dwarf hits you!"

Aua. Diese kleinen Mistkerle langten auch nicht übel hin.

"You hit the dwarf!"
"The dwarf hits you!"
"You kill the dwarf!"
"Welcome to experience level 5."

carlito und er leckten sich ihre Wunden.

"You hear crashing rock."

Au Scheisse, diese blöden Zwerge. So kreuz und quer wie die hier rum buddelten war es wohl nur noch eine Frage der Zeit, bis die Höhle einbrach unter sie unter Tonnen von Gestein begrub. Wäre auch eine Art Grabstein. Hm. Diese Werwolfsache hätte eigentlich längst zuschlagen müssen, aber nichts war passiert. Hatte der grosse Kürbis am Ende doch etwas getan ? Bam Bam wollte sich nicht vorzeitig freuen, um nicht später bitter enttäuscht zu werden. Er beschloss, erstmal die Sachen des toten Zwergs zu durchsuchen.

"There are several objects here."
"20 gold pieces. a dwarfish cloak. a dwarfish round shield. a food ration. a pick-axe. a key."

Scheinbar hatte er den Zwerg noch kurz vor der Mittagspause erwischt. Sein Magen knurrte eh schon wieder.

"The food really hit the spot! You finished eating the food ration."

Die Spitzhacke, den Schild und den Umhang hob er auf. Die Goldstücke sowieso.

Er hatte sich entschlossen, anzunehmen, dass die Werwolfsache offenbar vorbei war und fasst wieder genug Mut, um Pläne zu machen. Er trug mittlerweile ein Bündel Rüstungsgegestände mit sich rum, die vielleicht nützlich wären. Gut, den Schild konnte er erst später benutzen, wenn er nicht mehr dieses klobige, zweihändige Schwert in den Händen hielte. Aber an seiner Rüstung musste er dringend arbeiten, er steckte viel zu viele Treffer ein.

Andererseits wirkten die Minen bedrohlich auf ihn. Er war gross, und obwohl die Höhlen auch gross waren, sie waren nicht sehr hoch und er hatte das Gefühl von ihnen erdrückt zu werden. Ausserdem konnten hinter jeder Ecke noch eine Horde Zwerge oder schlimmeres lauern und irgendwie erinnerte er sich daran, dass es viele unbeleuchtete Gruben und sonstige gefährliche Ecken in den Minen gab, die ihn verletzen oder sogar umbringnen konnten.

Er beschloss, seine Neuerwerbung zu benutzen, die Spitzhacke.

"What do you want to use or apply [ktuA or ?*]
A
"You now wield a pick-axe."
"In what direction du you want to dig? [>]

Es war keine Wand in seiner Nähe, er konnte nur nach unten graben, also tat er es.

"You start digging down. You dig a pit in the floor."
"In what direction du you want to dig? [>]
"You continue digging downward. You made a hole in the floor. You fall through ..."

Mühsam rappelte er sich hoch. Hier, eine Ebene tiefer in den Minen, war es stockfinster. Er konnte gerade so weit sehen, wie er mit ausgestrecktem Arm greifen konnte. Wenigstens war kein Monster in der Nähe. Er machte einen Schritt von der Treppe weg und grub sofort weiter.

"You start digging down. You dig a pit in the floor."
"In what direction du you want to dig? [>]
"You continue digging downward. You made a hole in the floor. You fall through ..."

Wäre er nicht so gross, wäre vielleicht ein brauchbarer Bergmann aus ihm geworden, dachte Bam Bam, während er ein ums andere Mal auf den Fussboden einhackte. Kraft hatte er jedenfalls genug für diese Arbeit.

Und wieder fiel er durch sein selbst gegrabenes Loch. Während er aufstand stellte er fest, dass er nicht durch die Decke in eine weitere Höhle gebrochen, sondern in einem ganz normalen Raum gelandet war. 'Das muss das Einkaufszentrum sein!' vermutete er voller Freude. Den Gedanken, dass er irgendwann auch wieder würde nach oben klettern müssen, schob er zur Seite. Kurz dachte er an carlito, der nicht in seiner Nähe gewesen war, als er durch den Boden der ersten Höhlenebene gebrochen war, und der nun vermutlich weiter mit Zwergen spielte.

Er verliess den Raum, und durchquerte einen Gang, als pötzlich ein lebensgrosser Affe vor ihm stand und versuchte, ihm seine Ausrüstung zu stehlen.

'Hau ab, du diebisches Vieh, Du bist ja schlimmer als meine Katze.' knurrte er, während er auf den Affen einhieb. Der erwies sich als recht zäh, fiel aber irgendwann doch um. Er hatte nichts bei sich, aber Bam Bam liess sich nieder, um endlich mal wieder was zu essen. Langsam gewöhnte er sich an dieses rohe Fleisch, eigentlich schmeckte es ihm mittlerweile schon besser als alles, was Wilma je gekocht hatte. Wilma und Fred, sie waren weit weg, er konnte sich immer schwerer daran erinnern, wie sie aussahen. Ausserdem hatte er gestern, als er blind mit der Horde Uruk-hai gekämpft hatte gelernt, dass Gift ihm offenbar nichts (mehr?) anhaben konnte, was seine potentielle Speisekarte doch deutlich erweiterte.

Gut gesättigt stand er auf. An so einem Affen war einiges dran, und er liess nichts übrig. Nach ein paar Schritten kam er an eine geschlossene Tür. Dank des Schlüssels konnte er sie aufsperren, und musste nicht mehr jede Tür eintreten, die ihm im Weg war. Nicht dass ihm das was ausmachte, aber es machte jedesmal einen Höllenlärm und er hatte den Eindruck, dass kurze Zeit später jedes Monster auf dem Level wusste, wo er war.

Er ging durch die Tür und sah sich um. Eine Ladenpassage. Genau wie er es erwartet hatte. Allerdings war hier recht viel Betrieb. Ein Haufen zwielichtiger Gestalten trieb sich hier herum, und es war jede Menge Uniformierter unterwegs, offenbar angestellte Wächter des Einkaufszentrums.

So sehr es ihn auch drängte, diesen Konsumtempel zu erforschen und seine Goldstücke unter die Leute zu bringen, er war müde. Und wenn er müde war, machte er Fehler. Also schloss Bam Bam die Tür zum Einkaufszentrum wieder, und legte sich auf den harten Boden, um eine Runde zu schlafen.

Bam Bam The Plunderer - Die kleine Verwandlung

(Kapitel III, Einleitung und frühere Kapitel siehe weiter unten)

Zurück in Level 4 begann Bam Bam mit seinen üblichen Erkundungen. Als er kurze kurze Zeit später um einige Ecken verschwunden war, fehlte sein Begleiter carlito, offenbar war er auf eigene Faust auf Erkundung gegangen. Nachdem er drei Räume erkundet hatte, stand er in einem langen Korridor, einer Sackgasse. Vor ihm lag ein grosser Felsbrocken im Weg. Er lehnt sich dagegen und schaffte es tatsächlich, den grossen Brocken vor sich her zu schieben.

"With great effort yoe move the boulder."

Das war schweisstreibend, und der Gang schien kein Ende zu nehmen. Aber letztlich kam er doch an eine Stelle wo der Pfad sich verbreiterte und er sich an dem Felsen vorbei quetschen konnte.

Zwei Schritt weiter bog ein gelbes, irritierendes Licht um die Ecke. Einerseits blendete es ihn, andererseits erhellte es die Szenerie aber nicht übermässig.

"You miss the yellow light. The yellow light explodes! You are blinded by a blast of light!"

Bam Bams Augen brannten wie Feuer und er sah nur noch Sterne. Verdammt! Der halbe Level unerkundet, noch nicht ein Monster erledigt, keine Falle entdeckt, und er musste hier blind herumstolpern ! Er stand still wie eine Salzsäule und versuchte, kein Geräusch zu machen. Und schon konnte er das Trippeln kleiner Füsse hören. Vieler kleiner Füsse.

"You hear some noises in the distance."

carltio war also auch nicht in der Nähe. Nicht, dass er viel Hilfe von ihm erwartet hätte, aber Bam Bam hätte sich schon gefreut, ihn jetzt um sich zu haben. Er zog sich in den Korridor zurück. So konnte er wenigstens nicht komplett von Monstern umringt werden.

"It bites!"
"It bites!"

Bam Bam schaute auf seine Hitpoints. Zumindest schien es kein grosses Monster zu sein. Er schlug blind zu.
"You hit it!"
"It bites!"
"It bites!"
"You kill it!
"It bites!"

Vermutlich wieder so eine Partygang halbwüchsiger Ratten. Bam Bam schwang sein Schwert wild in die Richtung aus der die Angriffe kamen. Es war anstrengend, und er haute oft daneben, aber irgendwann hatte er alle Angreifer erledigt. Er schaute erneut auf seine Hitpoints. Fast die Hälfte waren weg. Er brauchte langsam eine bessere Rüstung als den Sabberlatz oder er könnte bald anfangen eine hübsche Grube für sich und seine paar Habseligkeiten zu schaufeln.
Er machte einen Schritt nach vorne.

"You try to feel what is lying here on the ground."
"You feel here a rat corpse."
"Wait! There's somehting you can't see!
"You smite it. It hits!"
"You are hit!"
"The poison doesn't seem to affect you."
"You kill it!"
"You try to feel what is lying here on the ground."
"There are several objects here."
"a crude bow, 8 poisoned crude arrows, an orcish helm, a pair of iron shoes, an Uruk-hai-corpse."

Mist, wieder nichts zu mampfen. Uruk-hais waren menschlich, und obwohl er bei der Auswahl seines Futters keine falsche Bescheidenheit kannte, menschenähnliche Opfer wollte er ebenso wenig verspeisen wie Ratten. Irgendeine
innere Stimme sagte ihm, dass Kannibalismus uncool war. Er mochte diese innere Stimme nicht, denn sein Magen knurrte vernehmlich, aber er hörte widerwillig auf sie.

"You are hit!"
"You kill it!"

Oh ja richtig, verflixt, auch diese feigen Uruk-hais waren nie allein, sondern kamen, wie die Ratten, auch immer als ganze Gang. Er blieb stehen, lauschte, und sobald ihn von rechts oder links irgendetwas traf, schlug und stiess er in diese Richtung. Blind wie er war, musste er aber immer erst einen Treffer einstecken, bevor er zuschlagen konnte. Die Mitglieder der Rapper-Gang fielen um wie Dominosteine, aber sein Hitpoint counter näherte sich bedrohlich dem einstelligen Bereich.

Als endlich Ruhe einkehrte, blutete Bam bam aus vielen kleineren Wunden und hatte grade mal neun hitpoints übrig.

"You can see again."

'Oh danke, grosser Kürbis, Du hast ein mieses timing, hat Dir das schon mal jemand gesagt?' fluchte Bam Bam und sah sich um. Rund um ihn rum lagen niedergestreckte Monster und ein Teil ihrer Ausrüstung.

"carlito eats an Uruk-hai corpse."

'Du hast auch ein Scheisstiming, mein Freund. Aber wenn es zum Essen klingelt, bist Du plötzlich da, ja? Mahlzeit, werd glücklich mit den zähen Kerlen, aber friss wenigstens ihre Rüstungen nicht mit, ok ?'

carlito schmatzte und schluckte ungerührt, während Bam Bam sich durch die Dinge am Boden wühlte.

Pfeil und Bogen, das war nix für ihn, den Helm hob er auf, ebenso die eisernen Schuhe. Am liebsten hätte er sie sofort angezogen, denn er hatte die peinlichen Elfenstiefel wirklich satt. Aber er traute sich nicht. Oft war das Zeug verflucht das man fand, und dann würde er sie nicht mehr von den Füssen bekommen. Er beschloss, sie nur mitzunehmen, und irgendwo identifizieren zu lassen. Das Einkaufszentrum unten in den Minen hatte immer einen Tempel nebenan, und wenn man dem anwesenden Priester seine Sachen zeigte, dann erfuhr man zumindest von ihm, ob ein Stück Ausrüstung verflucht, gewöhnlich, oder gesegnet war. Es gab auch gesegnete Gegenstände, die besser funktionierten als normale. Aber sie waren selten. Käme er irgendwann dort hin, würden die Stiefel gewechselt, wenn sie nicht verflucht waren, schwor er sich.

Er fuhr fort in dem Gerümpel zu wühlen.

"You feel a change coming over you."
"You turn into a rat."
"You armor falls to the floor!"
"Your can no longer hold your sword!"
"You barely can move a handspan with this load!"

Fubar, fucked up beyond any recognition. Eine von diesen Ratten, die er blind bekämpft hatte, war offenbar ein Werwolf gewesen. Nun war er einer von ihnen. Zu dumm, dass der Rest der Gang verstreut in Fetzen um ihn herum lag, beziehungsweise von carlito gerade gefressen wurde.

Jeder Versuch sich zu bewegen, scheiterte schon im Ansatz. Er liess fallen, was er noch an Ausrüstung bei sich hatte und konnte sich wenigstens bewegen. Erschreckt schaute er auf die Hitpoints. 13/13 ?? Er hatte irgendwas um die 40 hitpoints gehabt ... als menschlicher Barbar. Ein, zwei Treffer von einem Monster, und er wäre Toast.

Er schaute nachdenklich zu carlito. Hoffentlich würde der jetzt nicht denken ... von seinem Frühstück gefressen zu werden wäre wirklich der peinlichste Tod von allen. Aber carlito scherte sich nicht um sein neues Aussehen und strich weiter in der Nähe herum.

Ein Kobold betrat den Raum. Bam Bam schaute begierig zu seinem Schwert. Ein Kobold war keine grosse Gefahr ... als Barbar. Eine Ratte würde er hingegen vermutlich in Sekunden plattmachen. 'carlito, mach was' schrie er, und tatsächlich, carlito sprang den Kobold an und biss ihn.

"carlito bites the kobold."
"The kobold misses carlito."

'Braver Junge, weiter so', dachte Bam Bam, allerdings bewegte sich der Kobold trotz carlitos Angriffen weiter auf ihn zu.

"The kobold hits you!"
"You return to your human form."

Oh wow! Vom Gong gerettet! Scheinbar war er grade rechtzeitig wieder vom Werwolf zum Barbaren geworden. Und er hatte auch wieder seine normalen Hitpoints. Allerdings stand er nun völlig nackt vor dem Kobold, der weiter auf ihn eindrosch. Mit der einen Hand die Schläge abwehrend, angelte er nach seinem Schwert, hob es über den Kopf und zerteilte den Kobold in zwei Teile.

Grade noch mal gut gegangen. Wäre seine Rückverwandlung nur ein, zwei Runden später gewesen, hätte der kleine Kobold ihn umgehauen. So aber schien alles wieder in Ordnung zu sein. Bam Bam hob seinen Krempel auf, zog seine ring mail und die Elfenschuhe (brr) an, und marschierte weiter.

Nur wenige Minuten später, Bam Bam hatte Level 4 vollständig erkundet, und dabei sowohl die Treppen zu Level 5, als auch den Eingang zu den Minen entdeckt.

"You feel a change coming over you."
"You turn into a rat."
"You armor falls to the floor!"
"Your can no longer hold your sword!"
"You barely can move a handspan with this load!"

Oh nein, nicht schon wieder! Offenbar war das Problem nicht gelöst, sondern kehrte regelmässig wieder. Er erinnerte sich, dass Werwölfe irgendwas mit Vollmond zu tun hatten. Andererseits war es hier unten eh stockfinster, und wer wusste schon, wie viel Zeit vergangen war.

Bam Bam war mutlos. Er hatte zwar Level 4 erforscht, alle Monster gekillt und war sich relativ sicher, so gut wie keines übersehen zu haben, aber alle Nase lang zu einer Ratte zu mutieren, alles fallen zu lassen, was er bei sich trug, um dann einige Zeit als Nagetier durch die Gegend zu ziehen, lieber würde er sterben. Er beschloss weiterzugehen, und sich vom ersten daherkommenden Monster erledigen zu lassen. Das liess nicht lang auf sich warten, ein Fuchs kam um die Ecke und griff ihn sofort an.

"The fox bites you!"
"You return to your human form."

Aha. Offenbar erlangte er seine ursprüngliche Form immer dann zurück, wenn er angegriffen wurde. Richtig glücklich machte ihn das aber auch nicht. Ausserdem war er wieder nackt, und sein ganzer Krempel lang 10 Schritte von ihm entfernt. Er beschloss, sich dem Fuchs mit seinen blossen Händen entgegen zu stellen.

"You hit the fox!"
"The fox bites you!"
"You hit the fox!"
"The fox misses you!
"You kill the fox!"
"There is a fox corpse here; eat it? [ynq] (n)
"The fox corpse tastes terrible!"

Lüge. Bam Bam zog sich Haare aus den Zähnen. Fuchs schmeckte ein klein bisschen wie Kaninchen, fand er.

"You finish eating the fox corpse."

Gut, für den Moment war er nicht mehr hungrig, aber sein Problem bestand weiter. Er hatte wenig Lust, die Hälfte der Zeit als Ratte durch die Gänge zu schleichen. Er musste nachdenken.

- Nächstes Kapitel: Wir müssen reden

Bam Bam The Plunderer - Die Suche nach Mr. carlito

(Kapitel II, Einleitung und frühere Kapitel siehe weiter unten)

An sich wollte Bam Bam Level 2 gar nicht untersuchen, sondern nur den Weg zur Treppe finden, die ihn zurück zu carlito auf Level 1 brachte. Denn er erinnerte sich, dass Haustiere, die man zu lange alleine liess, verwilderten und einen bei der Rückkehr angriffen, statt zahm zu sein. Und irgendwie hing er doch an dem Fellbündel. Irgendwie war Level 2 aber so verbaut, dass er fast den ganzen Level erkundet hatte, bevor er endlich die Treppe fand und hoch stieg. Dafür brachten ihm das vorletzte Monster, das ihm begegnete, die Meldung: "

"You kill the kobold. welcome to experience level 4."

"You hear noises in the distance."
Aha. Offenbar war carlito noch zahm und hatte einen Freund zu spielen gefunden.

Bam Bam begab sich auf die Suche. Einen Raum weiter stolperte er über eine Armbrust und ein paar Pfeile. er konnte sich gar nicht erinnern irgendetwas gegrillt zu haben, das derart bewaffnet gewesen war. Er fühlte sich aber nicht wie Robin Hood und liess das Zeug liegen. zwei Räume weiter fand er noch zwei dagger, die er aufhob.

Plötzlich schoss carlito um die Ecke und sprang zur Begrüssung um ihn herum. Seine Schnurrhaare waren blutverschmiert und irgendwie schien er gewachsen zu sein. Offenbar hatte er nicht nur gespielt. Sein Schnurren hörte sich auch schon fast an wie das einer richtigen Katze. Ein wenig im Stimmbruch vielleicht.

Bam Bam kraulte ihn am Kopf. 'Komm Fellbündel. Lass uns gehen.'
Er kontrollierte schnell seinen Besitz. Am liebsten hätte er die schwulen Stiefel ja zurück gelassen, aber er konnte es sich nicht leisten, barfuss rumzurennen, und immerhin verbesserten sie seine armor class um 2 Punkte.

Als er fertig war, pfiff er nach carlito und ging zur Treppe in Level 2. Unten angekommen, sah er sich um. Auf seinem verzweifelten Weg zurück von Level 4 hatte er ja einiges von diesem und ein bisschen was vom nächsten Level gesehen. Langsam begann er, die übrigen Korridore und Räume zu erforschen.

"You hear the chime of a cash register."
"You hear someone cursing shoplifters."

Oh, ein Supermarkt, klasse, endlich was zu essen. Bam Bam zählte die paar Goldmünzen in seiner Hosentasche.

Naja, weit würde er damit nicht kommen, aber vielleicht liess sich ja noch was finden, das eine oder andere Monster hatte immer ein paar Kröten dabei. Langsam wanderte er durch die Räume. Als er alles bis auf die linke Ecke des Levels erforscht, eine Hand voll weitere Störenfriede ruhig gestellt, aber den Supermarkt noch immer nicht gefunden hatte, war klar, dass dieser im noch unerforschten Teil liegen musste. Er machte sich auf den Weg und erledigte dabei noch das ein oder andere widerliche Ding, das ihn daran hindern wollte. Er war schon wieder hungrig und schaute carlito an, als ob er ihn am liebsten süss-sauer mit gebrateten Nudeln verspeisen wollte.

Drei Ecken weiter stand er vor der Ladentür.

"Hello, Bam Bam! Welcome to Akhalataki's used armor dealership!"

Na klasse, ein second-hand Laden. vielleicht würde er hier ein passendes Häubchen zu seinen lächerlichen Stiefeln finden, aber bestimmt nichts zu essen. Bam Bam erschrak bei dem Gedanken, sich farblich passend einzukleiden und ging missmutig in den Laden.

An oilskin cloak, a leather armor, a tattered cape, ein ganzer Berg an Zeug, das er nicht brauchen konnte, zumindest so lange nicht, bis er sich das erstens leisten und zweitens herausfinden konnte, ob es verhext war. Er wusste irgendwie, dass es keinen Spass machte, mit "a pair of cursed -2 fumbling boots" durch die Gegend zu stolpern, alle 100 Schritte aufs Maul zu fallen und dabei sein Schwert aus der Hand zu verlieren. Er wusste aber nicht, warum er das wusste, vielleicht wieder eine Erinnerung an eines seiner früheren Leben.

Er würde später noch einmal wieder kommen. Unterwegs zu den Treppen tranchierte er noch zwei Lichen, die jeder netterweise ein paar unsauber geschnittene Steaks liegen liessen statt sich in Luft aufzulösen, und stillte den gröbsten Hunger. An der Treppe wartete er wieder auf carlito.

"You hear some noises in the distance."

Wo trieb sich das Vieh denn nun schon wieder rum ? Erst rennt es einem dauernd zwischen den Füssen rum, und dann streunt es durch die Gegend. Bam Bam machte sich auf die Suche. Ein paar Räume weiter fand er carlito, der gerade genüsslich einen toten irgendwas kaute.

'Hey, los, auf geht's' brummte Bam Bam und drehte sich in der Tür um. carlito schluckte die letzten Bissen und lief ihm nach, auf die Treppe zu.

Angekommen in Level drei begann das Spiel von Neuem. Bam Bam schlich durch die Gänge, und die meiste Zeit hörte er dabei nur seinen Magen rumoren. Zwei Coyoten später war er immer noch hungrig. Er hätte sie ja gegessen, coyote chop-suey war an sich ja nicht schlecht, aber irgendwie hatte er sie in seinem Wahn zu klein geschnitten und es war von ihnen nichts übrig geblieben.

"You are beginning to feel weak."
"Really attack the acid blob? [yn]"

Hmmm. Bam Bam war unsicher. Diese glibberigen Säure-Monster waren irgendwie widerlich. Naja, der Hunger treibt's rein, dachte er und haute feste drauf.

"You kill the acid blob. Your ring mail corrodes!"

Na prima. Sein Sabberlatz hatte nun auch noch einen Fleck und begann, langsam auseinander zu fallen. Bald konnte er damit höchstens noch einen tapfer geführten Angriff mit einem Streichholz abwehren, aber nichts ernsthafteres. Seine armor class war wieder um eins schlechter geworden. Vor ihm lag ein Haufen grünes acid blob Gelee. Er kniff die Augen zu und biss hinein.

"You have a very bad case of stomach acid."
"The acid blob tastes terrible!"
"You finish eating the acid blob corpse."

Blärgh. Klar, während man so ein Zeug in sich hinein stopfte, wurde man nie gestört, aber wehe, auf dem Boden lag ein leckerer Pilz oder ein Pudding, dann kam während des Essens garantiert immer irgendein Arsch und störte einen.

"You hear someone cursing shoplifters."

'Is hier ein Echo?' überlegte Bam Bam. Der Ökoladen mit den ganzen gebrauchten Lumpen lag doch einen Level höher. War hier etwa noch ein Laden ? Neugierig ging er weiter und tatsächlich, am Rand des Levels blinkte eine Leuchtschrift.

"Hello, Bam Bam Welcome to Enniscorthy's second-hand bookstore!"

'Verdammter Mist, schon wieder nix zu fressen, dafür ein Buchladen. So ein Scheiss ! Hey Ihr Götter, ich hoffe Ihr habt viel Spass ! Wenn die dort keine Comics oder einen Playboy haben, werde ich in dem Laden recht einsam sein mit meiner Intellenz von 7 Punkten! Ausserdem hab ich eh zu wenig Kohle.'

carlito drängelte sich an ihm vorbei in den Laden. 'Was sucht denn der, vielleicht ein Buch über Mäuse?'
Bam Bam blieb am Eingang stehen, während Enniscorthy ihm Platz machte um einzutreten.

"carlito picks up a scroll named TEMOV."

'Dumme Nuss' dachte Bam Bam, 'schaff lieber was zu essen ran statt Schriftrollen rumzutragen.'

Während carlito auf leisen Pfoten durch den Laden tappte überlegte Bam Bam, was er als nächstes tun sollte. Er wusste, irgendwo auf Level 3 oder 4 gab es Gerüchten zufolge zwei Treppenhäuser nach unten. Eines führte weiter die Ebenen hinab, ein anderes führte parallel in die Minen, wo Gnome und Zwerge umherliefen und nach Edelsteinen schürften.

Beides hatte seine Vorteile, am Ende der Minen gab es ein Einkaufszentrum mit etlichen Läden. Dafür waren die Minen so dunkel, dass man gerade mal seine Hand vor Augen sah. Ausserdem schlichen dort Gnome in Kompaniestärke rum, und dazu Zwerge. Er hasste Zwerge.

Bam Bam wurde in seinen Gedanken unterbrochen.

"carlito drops a spellbook."

Dieser dumme Kater hatte ein Buch mit einem Zauberspruch direkt vor seinen Füssen abgelegt. Bam Bam machte einen Schritt vorwärts und hob es auf. 'Soll ich Dir was vorlesen? Und wie denkst Du wohl, mache ich das ? Bring mir ein Bilderbuch!' schnautzte er hinter ihm her, aber carlito stöberte schon wieder durch den Raum.

Enniscorthy schaute ihm zu wie er das Buch aufhob, sagte aber nichts. Seltsam. Normalerweise, wenn man etwas aufhob, krakeelte der Verkäufer ungefragt den Preis durch den Laden. Das Buch hatte aber eindeutig innerhalb des Ladens gelegen, genau am Eingang. So blind konnte Enniscorthy doch nicht sein ? Vermutlich wartete er nur darauf, dass Bam Bam das Buch zurückgab.

"carlito picks up a scroll."
"carlito drops a scroll."

Der Kater hatte etwas aufgehoben, es aber ein paar Schritte weiter wieder fallen gelassen, mitten im Laden.

Trotzdem war Bam Bams Interesse geweckt. Katzen waren zwar nicht gerade dafür bekannt, Dinge zu apportieren, aber hier in dieser verrückten Welt mit lauter second-hand Läden war offenbar vieles möglich.

"carlito picks up a scroll."

Wieder lief der Kater in Bam Bams Richtung, und tatsächlich, "carlito drops up a scroll.", er hatte die Schriftrolle wieder genau vor Bam Bams Füssen abgelegt, der sie sofort an sich nahm.

Enniscorthy sagte wieder nichts. Bam Bam war versucht wegzurennen, wusste aber, dass die Inhaber überaus gewaltätig gegenüber Ladendieben wurden, und Enniscorthy ihn ruck zuck plattmachen würde. Also entschloss er sich, das Buch und die Schriftrolle zurück zu geben. Er blieb stehen und legte das spellbook auf den Boden.

Enniscorthy blieb stumm, schaute aber interessiert zu. Hmm. Bam Bam hob das Buch wieder auf und ging einen Schritt weiter in den Laden, direkt auf Enniscorthy zu und legte das Buch wieder auf den Boden. Vielleicht war Enniscorthy ja kurzsichtig wie ein Maulwurf ?

"You drop a stained spellbook."
"Enniscorthy offers 75 gold pieces for your stained spellbook. Sell it? [ynaq] (y)"

Der muss zugekifft sein oder besoffen, der merkt ja gar nix mehr, dachte sich Bam Bam. Nu hat der Depp sein eigenes Spellbook zurückgekauft. Nur weil er es vom Boden aufgehoben hatte. Nur weil carlito es vor dem Eingang abgelegt .... hmmm.

Er legte die scroll auf den Boden.

"Enniscorthy offers 300 gold pieces for your scroll named ANDORA BEGARIN. Sell it? [ynaq] (y)"

'300 Steine für das bisschen Pergament ? Stehen da die Lottozahlen für nächste Woche drauf oder was ?' Bam Bam sagte 'nein' und hob sie wieder auf. Vielleicht machte Enniscorthy ja noch bessere Angebote als die 300 Goldstücke.

Drei Schritte weiter:

"You drop a scroll named ANDORA BEGARIN."
"Enniscorthy offers 300 gold pieces for your scroll named ANDORA BEGARIN. Sell it? [ynaq] (y)"

Hmm. Bisschen dämlich, der Verkäufer, aber stur, mehr wollte er wohl nicht zahlen. Bam Bam überlegte kurz. Mit seinen vier Jahren Volkschule würde er die Schriftrolle eh nicht lesen können, vermutlich war sie auch noch in einer fremden Sprache verfasst. Dann nickte er, Enniscorthy zählte eine grosse Anzahl Goldmünzen ab, steckte sie in ein Säckchen und warf sie Bam Bam zu.

Das müsste sich doch ausnutzen lassen. Bam Bam hob wahllos einige scrolls und spellbooks auf und Enniscorthy blökte jedesmal ungefragt den Preis heraus. "250 Goldstücke, 600 Goldstücke, 35 Goldstücke ... " plärrte er.

Kurzsichtig konnte er nicht sein, schliesslich stand er einige Schritte entfernt.

Bam Bam legte sie wieder hin. Enniscorthy sah ihm zu, bot ihm aber kein Geld an. Bam Bam hob sie wieder auf und marschierte Richtung Ausgang. Enniscorthy plärrte erneut die Preise für jedes einzelne Stück durch den Raum. Dabei achtete er aber darauf, immer in der Nähe des Ausgangs zu bleiben und als Bam Bam fast draussen war, stellte sich Enniscorthy ihm wortlos in den Weg.

Bam Bam tippte ihn an.

"Do you really want to attack Enniscorthy? [yn] (n)"

'Uuups, nein, sorry' stammelte Bam Bam und hielt den Atem an. Enniscorthy blieb wortlos vor ihm stehen. Mehrere Runden lang starrten sie sich beide an und jeder wartete darauf, dass der andere zur Seite gehen würde. Monster-Mikado, wer sich zuerst bewegt, hat verloren. carlito wühlte derweil fröhlich weiter in den verbliebenen Schriftrollen, hob einige auf und liess sie ein paar Schritte weiter wieder fallen. Enniscorthy zuckte mit keinem Muskel, ging aber auch nicht von der Tür weg.

Bam Bam vermutete, das er ihn wohl kaum mit den Büchern aus dem Laden lassen würde, ohne Kohle dafür zu sehen. Daher legte er sie wieder hin. kaum hatte er alle unbezahlten Teile abgelegt, trat Enniscorthy zur Seite und noch bevor Bam Bam einen Schritt machen konnte, sprang carlito in das Feld vor dem Ausgang und legte schon wieder eine scroll ab.

"You pick up a blank scroll."

Enniscorthy sagte wiederum nichts. Sich Bam Bam in den Weg zu stellen ging aber auch nicht, schliesslich stand dieser bereits vor dem Ausgang. Bam Bam beschloss. nichts zu riskieren, ging zurück in den Laden und legte die scroll wieder hin.

"Enniscorthy offers 200 gold pieces for your scroll named KERNOD WEL. Sell it? [ynaq] (y)"

Verrückte Geschichte. Offenbar nahm Enniscorthy an, eine scroll, die direkt am Ausgang lag, gehörte nicht ihm, und kaufte sie auf. Allerdings liess er Bam Bam nicht mit einer unbezahlten scroll oder einem spellbook auf dieses Feld. Nur wenn carlito etwas dort ablegte, konnte er es aufheben. Bam Bam akzeptierte den Preis sofort und strich die Münzen ein. Zusammen mit seiner Beute aus den Taschen der toten Monster hatte er nun insgesamt

mehr als 600 Goldstücke, er war reich ! Er beschloss, sein Glück nicht überzustrapazieren und verliess den Laden.

carlito, der in der Zwischenzeit weiter Spass mit den Schriftrollen gehabt hatte, kam hinter ihm her. Zehn Schritte weiter. "carlito drops up a scroll." Au weia ! Offenbar hatte der verrückte Kater eine Schriftrolle mitgehen lassen! Bam Bam riss sie an sich und rannte auf die Treppe zu. Er erwartete, jeden Moment Enniscorthy um die Ecke biegen zu sehen, angepisst und mit irgendeinem Schwert oder Zauberstab bewaffnet, um die fälligen Goldstücke aus ihm heraus zu prügeln. Auf dem Treppenabsatz blieb er stehen, carlito sprang um ihn herum, sonst passierte nichts. Enniscorthy liess sich nicht blicken. Nur ein gecko kam in den Raum.

"carlito bites the gecko."
"The gecko misses carlito."

War der kleptomanische Kater nun völlig verrückt geworden ? Er prügelte sich wie wild mit dem gecko.

"carlito bites the gecko."
"The gecko bites carlito."

Das sah nicht mehr nach Spass aus, aber Bam Bam wagte es nicht, von der Treppe wegzugehen, er erwartete noch immer jeden Moment Enniscorthy.

"carlito kills the gecko."
"carlito eats a gecko corpse."

Dieser Freak fing offenbar an zu jagen! Bisher hatte Bam Bam ihn immer nur die Überreste von Monstern fressen sehen, die er mit seinem Schwert erledigt hatte, nun begann carlito offenbar, selber für seine Verpflegung zu sorgen. Er stieg mächtig in Bam Bams Achtung.

Gemeinsam machten sie sich auf den Weg nach unten.
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